Wer versorgt wen am schnellsten? Die Start-ups Flaschenpost und Trinkkiste liefern sich ein Duell um Getränkekunden.

Von Hanna Decker

Am Morgen stelle ich überrascht fest: Ich habe nichts mehr zu trinken zu Hause, und der nächste Supermarkt ist zwei Kilometer weit weg – meine Zeit begrenzt. Ich habe kein Auto, und die Vorstellung, mehrere Flaschen Wasser auf meinem Fahrrad zu transportieren, ist wenig verlockend. Deshalb wage ich einen Versuch und bestelle die Getränke zum ersten Mal im Netz – beim Münsteraner Getränke-Start-up Flaschenpost, das kürzlich vom Erfolg überrannt wurde und ihr Geschäft vorrübergehend einstellen musste.

Ich brauche zwei Kisten Wasser und eine Kiste Cola. Die Preise auf der Webseite von Flaschenpost können zwar nicht mit denen bei einem Discounter mithalten, aber immerhin soll die Lieferung kostenlos sein. Also los.
„Jetzt geht’s schnell. Wir liefern in den nächsten 90 Minuten“, verspricht das Start-up mir per Mail. 25 Minuten später blinkt es in meinem Postfach erneut auf: „Daniel kommt! Er wird um 11.51 Uhr bei Ihnen sein.“

Tatsächlich steht Daniel um 11.25 Uhr leicht außer Atem vor meiner Wohnungstür, er hat die Getränke hoch bis in den dritten Stock geschleppt. Ich unterschreibe die Annahme der Lieferung, dann verschwindet er wieder, mit meinem Leergut auf der Sackkarre.

Das Start-up Flaschenpost gibt es seit Oktober 2014. Das Konzept ist so schlicht wie innovativ: Lieferung innerhalb von 90 Minuten bis an die Wohnungstür, auch samstags und sonntags, keine Liefergebühren. Im Sortiment befinden sich Wasser, Saft, Limonade und Bier, bezahlt wird per Lastschrift oder Paypal.