Das Start-up kauft für Endkunden im Großhandelsmarkt ein – und lässt die Waren mit DHL ausliefern. Den Dienst soll künftig bundesweit geben.

Große Lagerflächen, Lkws oder Fahrer hat Getnow.de nicht – dennoch will das Start-up Branchenriesen wie Rewe oder Amazon bei Lebensmittellieferungen Konkurrenz machen. Das Unternehmen setzt auf DHL als Versanddienstleister und schickt bei eingehenden Bestellungen Einkäufer in einen Großmarkt. Schon seit 2016 kooperiert Getnow.de dazu mit Metro. Über 10.000 Artikel aus dem Sortiment des Düsseldorfer Handelsriesen können Endkunden in Berlin und München so online bestellen.

Das Bündnis wird nun noch enger: Wie die Unternehmen Anfang der Woche bekanntgaben, haben sie einen auf zunächst fünf Jahre angelegten Kooperationsvertrag geschlossen „Dieser langfristige Vertrag ermöglicht uns, die deutschlandweite Expansion schnell weiter voranzutreiben und in vielen Regionen unseren Service anbieten zu können“, erklärte Dominik Reinartz, seit Ende 2o17 Geschäftsführer der Betreiberfirma Getnow New.

Schnelle Expansion geplant

Mit der Vereinbarung erhalte der Onlinesupermarkt das Exklusivrecht, deutschlandweit weitere Niederlassungen direkt an den Standorten der Großmärkte zu eröffnen. In zwei bis drei Jahren will das Start-up an 24 Metro-Standorten vertreten sein. Unternehmensangaben zufolge soll mit der Expansion auch der Mitarbeiterstamm stark wachsen. Derzeit arbeiteten etwa 45 Mitarbeiter für Getnow.de, davon etwa 30 vor Ort in den Märkten.

Kunden bezahlen für den Versand knapp fünf Euro und können dabei zwischen einer Lieferung binnen 90 Minuten, einem einstündigen Zeitfenster am Tag oder einem zweistündigen Zeitfenstern am Abend wählen. Die Versandkosten entfallen ab einem Bestellwert von 60 Euro. Geld verdient das 2015 von Marc Funk und Alexander Emming gegründete Start-up mit Aufschlägen gegenüber den Einkaufspreisen.

Für Metro ist die Kooperation mit dem Online-Supermarkt eine Möglichkeit, ohne eigene Investitionen das E-Commerce-Geschäft mit Endkunden auszubauen. „Wir haben mit getnow.de einen Partner im Bereich Online-Lebensmittelhandel gefunden, mit dem wir aufgrund des innovativen Geschäftsmodells und der hohen Skalierbarkeit in kurzer Zeit einen für uns in dieser Form neuen Vertriebskanal erschließen können“, ließ sich Deutschlandchef Thomas Storck zitieren.