Bei den „Löwen“ ist Edgar Scholler abgeblitzt. Im Interview berichtet der Gründer von Getaway, warum die Sendung trotzdem ein Glücksfall war.

Private Autos steht die meiste Zeit nur rum – gleichzeitig wollen Menschen ohne eigenes Fahrzeug ab und an gerne spontan losfahren können. Beide Gruppen zusammenbringen will Getaway. Das in Berlin ansässige Start-up will privates Carsharing vereinfachen und rüstet Autos mit Onborad-Einheiten aus. Ähnlich wie bei Car2go oder Drivenow sollen Anmietungen so in Sekundenschnelle per Smartphone möglich sein.

In der gestern ausgestrahlten Folge von „Die Höhle der Löwen“ präsentierte Gründer Edgar Scholler die Idee Frank Thelen & Co. Ein Deal kam nicht zustanden – die Absagen klangen vertraut: „Nicht mein Business-Case“, „zu hohe Bewertung“, „zu kapitalintensiv“. Einig war sich die Jury indes darin, dass die Idee dennoch enormes Potenzial hat. Schließlich hat auch bei Airbnb einst niemand geglaubt, dass die Idee der Privatvermietung funktioniert.

Im Interview mit WirtschaftsWoche Gründer verrät Scholler nun, wie es für das Start-up seit der Aufzeichnung weiterging, wie sich Getaway von Anbietern wie Snappcar unterscheidet und wie es um die Unternehmensfinanzierung bestellt ist.

Sie haben sich ganz alleine in die Höhle der Löwen gewagt – sind Sie tatsächlich Sologründer?
Ich habe Getaway im August 2015 in der Tat formal alleine gegründet, habe aber natürlich dafür ein Team aufgebaut. Dass ich alleine in der Sendung war, hat vor allem den Grund, dass alles sehr kurzfristig war. Mitte April kam die Anfrage der Produktionsforma, eine Woche später war schon die Aufzeichnung. Der normale Betrieb musste ja weitergehen, da wollte ich niemanden sonst aus dem Team abstellen.

Die Löwen waren neugierig und haben Ihre Präsentation gelobt. Investieren wollte dennoch keiner – woran lag es Ihrer Ansicht nach?
DHDL ist eine Mischung aus Speed- und Blinddate. Sowohl für die Gründer als auch für die Investoren ist es grundsätzlich sehr schwer, innerhalb von einer halben Stunde auszuloten, ob die Chemie stimmen könnte. Zudem hat ja jeder der Löwen bestimmte Branchenschwerpunkte. Frank Thelen wäre noch am ehesten für Getaway in Frage gekommen, zumal er auf dem Mobilitätssektor fehlende Innovationen bemängelt. Am Ende hat ihm vielleicht der Mut gefehlt, den er von Start-ups immer einfordert. Dass es zu keinem Deal kam, war für mich nicht unerwartet – und auch nicht das vorrangige Ziel.

Sondern?
Die Sendung bietet einfach eine Riesenchance, mit einer Idee ein Millionenpublikum zu erreichen. Mein Publikum beim Pitch waren in erster Linie die Zuschauer. Auf das Investment waren wir glücklicherweise nicht zwingend angewiesen.

Nächste Seite: Wie viele Fahrzeugbesitzer bereits mitmachen wollen.