Der Energieversorger Innogy steckt zusammen mit zwei Business Angels einen siebenstelligen Betrag in die Berliner Carsharing-Lösung Getaway.

Seit seinem Auftritt in der Höhle der Löwen im September des vergangenen Jahres ist Getaway-Gründer Edgar Scholler vielen in der Start-up-Szene ein Begriff. Zwar konnte er die Jury damals nicht davon überzeugen in seine Geschäftsidee zu investieren – sie lobten zwar das enorme Potenzial des Konzepts, kritisierten aber gleichzeitig die zu hohe Bewertung – doch Bekanntheit verschaffte ihm der Auftritt allemal.

Jetzt verkündete der Berliner, dass er andere prominente Investoren an Bord geholt hat.

Factory-Gründer investiert

Der Essener Energieversorger Innogy steckt zusammen mit dem Business Angel Marcus Püttmer und Udo Schloemer, Gründer des Berliner Start-up Campus Factory, eine siebenstellige Summe in das Carsharing-Start-up.

Das Geld soll in die Betreuung von Pilotregionen– und projekten sowie in die Weiterentwicklung von Team und Technologie fließen, so Edgar Scholler gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.
Das im Sommer 2017 an den Start gegangene Unternehmen hat eine App-Lösung entwickelt durch die parkende Autos von Privatpersonen über das eigene Handy spontan untereinander gemietet und vermietet werden können. Das Start-up kümmert sich um Technologie, Abrechnung und Versicherung.

Fahrzeugbestand in Deutschland senken

Scholler will mit Getaway dazu beitragen den Fahrzeugbestand drastisch zu senken: „Stehende Autos blockieren knappe Flächen in der Stadt und sind auch für die Besitzer ineffizient. Durch konsequentes Carsharing könnte man die Zahl der zugelassenen Pkws in Deutschland von 45 auf fünf Millionen reduzieren – ohne dass jemand auf Mobilität verzichten muss“, sagte er vergangenen Herbst im Interview mit WirtschaftsWoche Gründer. Für diese Idee erhielt Getaway in diesem Jahr den vom Verkehrsministerium vergebenen Deutschen Mobilitätspreis.

Erste Pilotprojekte laufen im Umfeld von Fürth und Essen sowie in Hamburg und Berlin. Mittlerweile seien etwa 50 Autos mit der Technologie ausgestattet, so Scholler gegenüber dem Handelsblatt, das gestern zuerst von dem Investment berichtet hatte .