Nach dem geplatzten Börsengang kann die German Start-ups Group wieder positive Neuigkeiten vermelden: Ihr Nettogewinn im ersten Halbjahr liegt schon jetzt höher als im Gesamtjahr 2014.

Hinter der German Start-ups Group liegen turbulente Wochen. Erst kündigte die Beteiligungsgesellschaft einen Börsengang an, dann musste sie ihn verschieben und schließlich ganz absagen. Nun kann die German Start-ups Group nach den ganzen negativen Neuigkeiten endlich wieder etwas Positives vermelden: Der Nettogewinn des Unternehmens lag in den ersten sechs Monaten 2015 schon höher als im gesamten Vorjahr. Verbuchte die Beteiligungsgesellschaft 2014 ein Plus von 1,4 Millionen Euro, kam sie im ersten Halbjahr 2015 bereits auf einen Gewinn von zwei Millionen Euro, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung.

Christoph Gerlinger, Gründer der German Start-ups Group, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. Die Zahlen belegten eine „sehr positive Entwicklung unserer Portfoliounternehmen und damit den Erfolg unserer Beteiligungsstrategie und unserer Unternehmensstruktur“, ließ sich der Geschäftsführer in einer Mitteilung zitieren. Das Unternehmen erwirbt seit 2012 Beteiligungen an Start-ups und hat sich seitdem nach eigener Aussage zu einem der aktivsten Risikokapitalgebern in Deutschland entwickelt.

Gewinn dank winziger Beteiligungen

Insgesamt kommt die German Start-ups Group auf 41 Minderheits- und eine Mehrheitsbeteiligung. Der Wert der Unternehmen ist allerdings sehr breit gestreut. Nach Angaben der Beteiligungsgesellschaft machen 24 der 41 Start-ups rund 94 Prozent des Werts aus. Wirft man einen Blick auf die einzelnen Unternehmen, verwundert das wenig: Die German Start-ups Group hält sowohl Anteile an dem mit drei Milliarden Dollar bewerteten Lebensmittellieferdienst Delivery Hero als auch an Start-ups wie der Scalable Capital GmbH, die sich zum Zeitpunkt des Börsenprospekts nicht einmal für einen kommerziellen Namen entschieden hatte.

Interessant: Obwohl der Beteiligungsgesellschaft teils nur Bruchteile der Unternehmen gehören – bei Delivery Hero sind es beispielsweise nur 0,06 Prozent –, tragen sie einen Großteil zum Gewinn bei. „Obwohl wir als German Startups Group aufgrund unserer eigenen geringeren Größe nur über vergleichsweise niedrige Beteiligungsquoten von unter einem Prozent an diesen Unternehmen verfügen, leisten diese einen wesentlichen Beitrag zu unserem erzielten Gewinn“, sagt Gerlinger der Erklärung zufolge. Wie viel genau, das verrät er allerdings nicht.