Die German Start-ups Group verschiebt ihren Börsengang – auf unbestimmte Zeit. Die vorläufige Verlegung überrascht wenig, der Grund dafür allerdings schon.

Erst sollte es der 17. Juli sein, dann verlegte die German Start-ups Group ihren Börsengang auf den 24. Juli. Nun hat die Beteiligungsgesellschaft bekannt gegeben, ihren geplanten Sprung auf das Frankfurter Parkett erneut zu verschieben – dieses Mal auf unbestimmte Zeit. Die Entscheidung sei „aufgrund des fragilen Kapitalmarktumfelds“ getroffen worden, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Das Management sehe derzeit keine Möglichkeit, die Gesellschaft „zu einem angemessenen Kurs“ an die Börse zu bringen.

Die Nachricht überrascht wenig. Mangelndes Interesse der Anleger hatte sich bereits am vergangenen Donnerstag abgezeichnet: Einen Tag vor dem ursprünglich geplanten Börsengang verschob die German Start-ups Group die Aktienausgabe zum ersten Mal. Dass die Beteiligungsgesellschaft ihren IPO nun zum zweiten Mal verlegt, spricht dafür, dass das Interesse mau geblieben ist.

„Wir waren sehr weit mit der Akquisition von Anlegern“, sagte Christoph Gerlinger, der Geschäftsführer der German Start-ups Group, im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. Doch am Ende wäre die Beteiligungsgesellschaft „wohl am unteren Ende der Preisspanne und ohne die gewünschte deutliche Überzeichung“ herausgegangen. „Das brauchen wir nicht“, so Gerlinger.

Börsenumfeld erst egal, jetzt gut

Überraschend ist die Begründung für die Verlegung des Börsengangs. Das fragile Kapitalmarktumfeld, das die German Start-ups Group nun als Grund für die vorläufige Absage ihres Börsengangs angibt, hat die Beteiligungsgesellschaft bisher wenig gestört. Dass die Beteiligungsgesellschaft mitten in der unsicheren Lage rund um Griechenland an die Börse gehe, begründete Unternehmenschef Christoph Gerlinger noch auf der Pressekonferenz am 8. Juli mit den Worten: „Wir erachten unser Geschäftsmodell als unabhängig von den aktuellen wirtschaftspolitischen Ereignissen rund um Griechenland.“ Der Erfolg der German Start-ups Group und ihrer Beteiligungen sei eher durch die „Innovationskraft“ der Portfoliofirmen geprägt. Diese Meinung scheint Gerlinger nun geändert zu haben.

Interessant daran: Seitdem der Gründer diese Aussage getroffen hat, hat sich das Marktumfeld deutlich erholt und die Stimmung gebessert, weil sich die Geldgeber mit Griechenland inzwischen auf ein weiteres Hilfspaket geeinigt haben. Ein Börsengang dürfte derzeit also durchaus wieder interessieren. Im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer sagte Gerlinger dazu: „In die Zeit unserer Roadshow fiel nicht nur das griechische Referendum, sondern auch der Kurssturz in China.“ Zwar hänge das Geschäftsmodell der German Start-ups Group nicht davon ab, doch den Investoren hätten „natürlich zeitweise weniger Appetit“.

Das Geld aus dem Börsengang wollte die Gesellschaft, die insgesamt 43 Beteiligungen an jungen Unternehmen hält, eigentlich in weitere Start-ups investieren und vermehrt Mehrheitsbeteiligungen erwerben. Dieser Plan liegt jetzt vorerst auf Eis. Aufgeben will Christoph Gerlinger aber nicht: „Wir wollen definitiv noch an die Börse, weil wir glauben, dass die deutsche Start-up-Szene, die Anleger und wir als Venture-Capital-Anbieter davon profitieren würden.“ Auf einen genauen Zeitpunkt will er sich aber nicht mehr festlegen.