Das Spinoff der Uni Freiburg nutzt verschiedenste Geodaten, um optimale Standorte etwa für Ladestationen oder Bankfilialen zu ermitteln.

Von der Verkehrsanbindung über demographische Daten bis zu benachbarten Geschäften: Wo der ideale Standort für ein Geschäft oder ein Dienstleistungsangebot ist, hängt von vielen Faktoren ab. Die oftmals aufwendige Suche vereinfachen will das Freiburger Software-Start-up Geospin. Über 700 Umgebungsinformationen aus verschiedenen Quellen berücksichtigen die selbstlernenden Algorithmen nach Angaben des Unternehmens.

Gegründet im März 2016, hat das Freiburger Software-Start-up bereits namhafte Pilotkunden gewonnen – darunter Siemens, Bosch, Union Investment, die Deutsche Bahn und die Thüga-Gruppe. Letztere wird nun auch Investorin von Geospin. Gemeinsam mit dem High-Tech Gründerfonds investiert das Münchener Unternehmen, das an hundert kommunalen Energie- und Wasserversorgern beteiligt ist, einen siebenstelligen Betrag.

Viele mögliche Anwendungen

Geospin ist eine Ausgründung des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Die Gründer Johannes Bendler, Tobias Brandt, Christoph Gebele, Niklas Goby und Sebastian Wagner haben sich für den Start ein Exist-Stipendium gesichert. Das frische Kapital wollen sie in die Weiterentwicklung der Software investieren und den offiziellen Marktstart vorbereiten.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig – bisher positioniert das Start-up vor allem im Mobilitätsbereich. So nutzt Bosch die Technologie für sein Projekt „Community-based Parking“, bei dem Autos mit ihren Sensoren im Vorbeifahren freie Parkplätze erfassen und an eine Cloud-Plattform melden. Thüga setzt die Software ein, um Partnerunternehmen dabei zu beraten, wo idealerweise Ladestationen für E-Autos entstehen sollten. Großes Potenzial sehen die Gründer auch im Finanzsektor bei Standortanalysen für das Filial- und Geldautomatennetz.