Oak Labs will mit Hilfe computerisierter Simulationen genetische Fingerabdrücke und andere Anwendungen der Molekularbiologie beschleunigen.

Die Biochemikerin Martina Schad weiß seit ihrem Studium, wie aufwendig die Vervielfältigung von DNA ist. Das Verfahren dazu heißt Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und wird beim Nachweis von Ebola-Infektionen genauso angewandt wie zur Überprüfung genetischer Fingerabdrücke. Doch obwohl es eines der Standardverfahren ist, müssen Biologen im Labor manchmal wochenlang probieren, bis sie die richtige Versuchsanordnung gefunden haben. Um diese Tests zu beschleunigen, haben Schad und der Quantenphysiker Jim Kallarackal das Start-up Oak Labs gegründet.

Vom Berliner Vorort Hennigsdorf aus wollen sie künftig das Verfahren vorab am Computer simulieren. Sie nutzen dabei besonders leistungsfähige Grafikkarten. „Zu den Interessenten gehören das Paul-Ehrlich-Institut, die Charité und Max-Planck-Institute“, sagt Schad. Die Nutzer können zudem ihre Ergebnisse online auf der Oak-Labs-Plattform innerhalb von Arbeitsgruppen oder gar mit externen Kollegen teilen. „Das ist wie ein soziales Netzwerk für Molekularbiologie“, sagt Kallarackal.

Derzeit sammelt das Start-up Geld auf der Crowdfundingplattform Seedmatch. Inzwischen wurden mehr als 343 000 Euro investiert, die angepeilte Summe von 150 000 Euro kam bereits nach zwei Tagen zusammen. „Wir dachten, das dauert Wochen“, sagt Schad.