Der Aufbau eines Start-ups ist kostspielig und kräfteraubend. Dennoch sollten sich Gründer auch für andere engagieren, sagt Flightright-Gründer Philipp Kadelbach.

Von Deadlines, Wettbewerb und Finanzierungsrunden gebeutelt, sind Gründer schon genug mit ihren eigenen To-Dos beschäftigt. Kann man sich da noch außerhalb engagieren? Ja, man kann.

Mit Geld kann man zwar keine Wunder vollbringen, aber Menschen, die leidenschaftlich für eine Sache brennen, eine Starthilfe geben. So sponsern wir aktuell das deutsche Team beim Red Bull Youth America’s Cup, der härtesten und wichtigsten Nachwuchs-Segelregatta der Welt. Flüge, Meldegelder, Coaching und Ausrüstung können schnell in die Hunderttausende gehen. Die Teams sind also dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Wir wollen diesen ambitionierten Jungseglern die Chance geben, ihre Träume zu verwirklichen. Andererseits möchten wir unserem Unternehmen Gesicht verleihen und zeigen, dass wir uns nicht nur für Fluggastrechte der Verbraucher einsetzen, sondern auch andere ehrgeizige Projekte unterstützen.

Nachwuchs-Gründern zur Seite stehen

Schon in der Vergangenheit haben wir uns für Hilfsprojekte engagiert und an Organisationen wie “Ärzte ohne Grenzen” oder die “Arche” gespendet. Wir bieten unseren Kunden auch die Möglichkeit, ihre Entschädigungssumme an “Aktion Deutschland hilft” zu spenden. Ich denke, dass ehrenamtliche Tätigkeit, Spenden oder ein Sponsoring viel zum Teamzusammenhalt beiträgt. Es ist wichtig, sich auch für wohltätige Zwecke zu engagieren – egal wie klein oder groß das Unternehmen ist . Es zeigt zudem den eigenen Mitarbeitern eine hinausgehende Sichtweise des Unternehmens, abseits der eigenen Vorhaben und Sales-Ziele.

Wer ganz klein anfangen möchte, der kann auch erst einmal sein Wissen anbieten und Nachwuchs-Gründern oder Organisationen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Beispielsweise gibt es Co-Working Spaces, wo man relevante Erfahrungen bei einem Gründer-Frühstück weitergeben kann. Wer sich eher in dem NGO-Bereich engagieren möchte, kann sein  Know-How beim sogenannten Corporate Volunteering weitergeben: Seinem Team die Möglichkeit zu geben, sich einige Zeit als freiwillige Helfer in gemeinnützige Projekte einzubringen, schweißt zusammen und kann das Gemeinschaftsgefühl unter Kollegen nachhaltig stärken.

Ehrenamtstätigkeiten für Mitarbeiter

Verschiedene Plattformen für Ehrenamtstätigkeiten wie www.vostel.de oder www.youvo.org helfen dabei, die passende Möglichkeit auch für kurze Einsätze zu finden. Als Designer kann man Logos oder Flyer neu gestalten, als Texter Broschüren überarbeiten oder als IT-Experte die User Experience überprüfen.

Egal ob Sponsoring oder ehrenamtliche Aktivität: Gründer und junge Unternehmen können schon früh mit unterschiedlichen Mitteln Gutes tun. Gleichzeitig werden positive Signale nach außen gesendet, die im besten Fall auch andere inspirieren, sich zu engagieren. Als Start-up ist man auf Investoren und deren Geld angewiesen, um den Traum vom eigenen Unternehmen wahr werden zu lassen. Wir bekamen beispielsweise kurz nach unserer Gründung eine Finanzspritze vom Frühphasen-Fond Brandenburg. Sie glaubten an uns und unsere Idee, im Wettbewerb gegen die großen Fluggesellschaften bestehen zu können. Mit unserem Engagement für das deutsche Team beim Red Bull Youth America’s Cup wollten wir diesen Glauben auch weitergeben.