Wenn es um Mitarbeiterwachstum geht, drücken aktuell viele Spiele-Studios in Deutschland auf “Pause”. Welche Standorte besonders betroffen sind.

Null Ausschreibungen, aber ein Eintrag, der Hoffnung wecken will: “Wir würden uns freuen, wenn Du uns hier demnächst wieder besuchst. Vielleicht ist dann eine für Dich passende Position ausgeschrieben”, heißt es auf der Karriere-Seite des Hamburger Spiele-Entwicklers Goodgame Studios. Aktuell steht aber erst einmal eine Kündigungswelle an: 200 Mitarbeiter müssen das Unternehmen in den nächsten Wochen verlassen, bestätigte Goodgames in der vergangenen Woche – nachdem bereits zahlreiche Medien über einen radikalen Stellenabbau spekuliert hatten.

Auch andere Unternehmen in der Branche haben zu kämpfen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Metajobsuchmaschine Joblift. Das hat die ausgeschriebenen Stellen in der Gaming-Industrie in Deutschland ausgewertet. Im letzten Quartal 2016 waren dabei 39 Prozent weniger Jobs ausgeschrieben als im gleichen Zeitraum 2015. Den größten Rückgang verzeichnete dabei der Standort Hamburg – hier sank die Zahl der gesuchten Mitarbeiter um 73 Prozent.

Nur Frankfurt kann zulegen

Auch an den Standorten Köln (minus 62 Prozent), Düsseldorf (minus 54 Prozent) und Berlin (minus 46 Prozent) gab es einen deutliches Rückgang. In der Hauptstadt ist aber immer noch knapp jeder vierte ausgeschriebene Gaming-Job verortet. Mehr ausgeschriebene Stellen im Vergleich zum Vorjahr (plus 30 Prozent) fanden die Auswerter nur in Frankfurt – hierfür sei vor allem das enorme Wachstum des Anbieters Crytek verantwortlich, so Joblift.

Immer lauter werden dabei die Stimmen aus der Branche, die eine staatliche Unterstützung für Spieleentwickler fordern – analog zu den Zuschüssen für Filmproduktionen. Auf der Computerspielmesse Gamescom im vergangenen Sommer hatten sich Branchenvertreter dieses Themas angenommen. Wie bei Start-ups in anderen Branchen ist auch hier die Wachstumsphase das Problem: Anschubfinanzierungen finden sich, größere Summen für den Schritt ins Ausland sind schwer zu bekommen.

Die Förderungen finden dabei vor allem auf Landesebene statt. Aus Bayern drang in dieser Woche frohe Kunde für Entwickler: Von aktuell knapp 500 000 Euro pro Jahr wächst der Fördertopf bis 2018 auf knapp zwei Millionen Euro, teilte der Freistaat in dieser Woche mit. “Unsere Gamesbranche hat großes Potenzial. Wir haben hier am Standort viele große, mittlere und kleine Firmen, die kreativ und technologisch herausragend arbeiten”, sagte die zuständige Ministerin für Medien, Ilse Aigner.