Zweitligist 1. FC Köln geht eine Kooperation mit einem Accelerator-Programm ein. Auch andere Klubs gucken sich bei digitalen Geschäftsmodellen um.

Neuer Spielzug: Der 1. FC Köln startet in Kooperation mit der Plattform Hype Sports Innovation ein Accelerator-Programm, mit dem Start-ups aus und um den Sportbereich gefördert werden sollen. Bis zum 6. September können sich junge Tech-Unternehmen noch bewerben. Neben den Kölnern gehören auch der israelische Fußballklub Maccabi Haifa und die San Jose State University aus dem Silicon Valley zu den Unterstützern.

Von Oktober an sollen die etwa zehn ausgewählten Start-ups vier Monate lang Zeit in Köln bekommen, ihr Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Neben Raum in einem Coworking-Space gehören zur Förderung auch der Kontakt zu Partnern aus der Sport- und Unterhaltungswelt: Der Fußballververband UEFA, die amerikanische Footballliga NFL, der Fernsehsender Canal+ und Microsoft stehen neben anderen als Ansprechpartner bereit.

Sturmlauf auf neue Geschäftsmodelle

Das soll nur der Anpfiff für eine langfristige Partnerschaft sein: Im Halbjahrestakt sollen mindestens über die kommenden drei Jahre weitere Programme starten. Der frisch in die zweite Liga abgestiegene Profiverein erhofft sich von der Kooperation auch Impulse für die eigene wirtschaftliche Zukunft: „Wir werden unser Know-How einbringen, um Ideen zu unterstützen, von denen wir als Club und die Sportbranche insgesamt profitieren können”, sagt FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle. „Und wir wollen so viel wie möglich von den kreativen Unternehmern lernen, die sich Gedanken über die Zukunft des Sports machen.” Der Verein hält sich die Möglichkeit offen, in die jungen Start-ups zu investieren.

Die Kölner sind nicht alleine auf dem Weg, nach neuen digitalen Geschäftsmodellen zu suchen. Einige andere Sportvereine haben ähnliche Initiativen gestartet. Zum einen geht es darum, eine weitere Einkommenssäule neben Ticketverkäufen, Medienrechten und Mitgliedsbeiträgen aufzubauen. Zum anderen suchen viele Klubs nach Möglichkeiten, möglichst eng mit den Fans in Verbindung zu bleiben. Interessant ist daher für viele Vereine eine große Bandbreite an Technologien, sie reicht von digitalen Leistungsdiagnostiken über Stadion-Apps bis zu virtuellen Fanshops.

Frankfurt und Bayern preschen voran

Pokalsieger Eintracht Frankfurt hatte bereits Ende des vergangenen Jahres eine Kooperation mit dem Frankfurter Gründerzentrum Techquartier angekündigt. „Wir glauben, dass Start-ups frischen Wind in unsere Überlegungen bringen kann“, sagte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann bei einer Start-up-Veranstaltung im Mai (hier geht es zu einem Video). Zuvor hatten sich verschiedene Sport-Start-ups und der Bundesligist eine Woche lang beschnuppert. Auch Freeletics, deren Gründer gerade einen Millionen-Exit hingelegt haben, waren dabei.

Rekordmeister FC Bayern München hatte Anfang des Jahres zum ersten Mal zu „Hackdays“ eingeladen – mehr als 220 Teilnehmer aus über 40 Ländern nahmen teil. Ausgezeichnet wurde schlussendlich ein Team, welches eine Erweiterung für einen mobilen Einkaufsshop entwickelt hatte. Fans konnten dort über kleine Spiele Rabatte für den Sportartikeleinkauf erspielen. „Die Digitalisierung wird für uns in diesem Jahr eine große Rolle spielen – sie soll ein zentraler Bestandteil unserer Strategie jenseits des Fußballplatzes sein“, hatte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zum Abschluss der Hack-Premiere gesagt.