Auf dem Weg von der Idee zum Unternehmen fehlen Gründern oft Zeit und Geld, um sich gegen Risiken abzusichern. So vermeiden sie Streit.

Gastbeitrag von Rechtsanwalt Philipp Hoene

Rechtzeitig gründen
Ihre Idee sollten Gründer so früh wie möglich rechtlich von ihren Personen trennen. Sie gründen dazu eine Gesellschaft und übertragen ihr die bis dahin geschaffenen Betriebsgrundlagen. Aus Kostendruck wollen viele Gründer diesen Schritt verschieben, bis der erste Investor einsteigt. Entsteht bis dahin allerdings Streit und liegen die Grundlagen des Unternehmens, etwa IP-Rechte oder Domains, dann noch bei einzelnen Gründern, bedeutet dies allzu oft bereits das Ende des Projekts. Wer streitet, erzielt häufig keine Einigung mehr. Liegen die Grundlagen des Unternehmens hingegen bei der Gesellschaft, kann das Projekt trotz Streit zumindest mit den bestehenden Kapazitäten weiter betrieben werden.

Auch aus steuerlicher Sicht bietet sich die frühzeitige Gründung einer Gesellschaft an. Werden die Betriebsgrundlagen erst mit Einstieg eines Investors übertragen, entsteht unter Umständen ein Gewinn, der tatsächlich nicht realisiert wurde. Diesen sogenannten Einbringungsgewinn müssen die Gründer aber versteuern. Denn der Investor hinterlegt in der Finanzierungsrunde eine Bewertung der Gesellschaft und bestimmt damit mittelbar auch einen Wert für die im zeitlichen Zusammenhang eingebrachten Betriebsgrundlagen.

Ordentliche Verträge schließen
Gründer sollten an der Erstellung ordentlicher Geschäftsführeranstellungs- und Arbeitsverträge nicht sparen. Damit liegen die Arbeitsergebnisse aus der Tätigkeit der Gesellschaft von Beginn an bei der Gesellschaft. Das betrifft vor allem Arbeitsergebnisse der Gründer, die nach der Gründung als Geschäftsführer der Gesellschaft tätig sind. Die Verträge müssen dazu ausreichende IP-Klauseln enthalten. Damit werden die bei der Tätigkeit für die Gesellschaft entstehenden gewerblichen Schutzrechte weitestgehend der Gesellschaft zugeordnet. Fehlen sie, besteht wiederum die Gefahr, dass im Streitfall die Umsetzung der Idee verhindert wird, weil notwendige Betriebsgrundlagen nicht bei der Gesellschaft liegen. Die häufig verwendeten Musterverträge sind oft nicht ausreichend.
Auch wenn es nicht zum Streit kommt: Der erste Investor wird erfreut sein, gute Verträge vorzufinden. Diese gewährleisten, dass die Gesellschaft Inhaberin der notwendigen Rechte zur Entwicklung ihres Geschäfts ist und über die Grundlagen zur Mehrung des Investments verfügt.

Gründerteam aufstellen
Mit der Gründung der Gesellschaft sollte feststehen, wer zum Team der Gründer gehört und Anteile bekommen soll. Das setzt einen gewissen Weitblick voraus. Denn häufig wird erst mit zunehmender Umsetzung der Idee klar, wer besonders wichtig ist und welche Fähigkeiten essentiell für die Gesellschaft werden. Eine nachträgliche Beteiligung eines weiteren Teammitglieds ist jedoch mit Nachteilen und Risiken verbunden.