Das Berliner Unternehmen setzt auf digitale Stromzähler – und will Kunden ab Juni ohne den Umweg über andere Anbieter direkt mit Energie beliefern.

Ein kostenloser digitaler Stromzähler, eine App zur Analyse des Verbrauchs und ein Ökostromtarif: Mit diesem Mix ist vor einem Jahr Fresh Energy an den Start gegangen. Nun ist das Berliner Unternehmen im Vorfeld der Umwelttechnologie-Messe IFAT in München mit dem Greentec Award in der Sonderkategorie „Start-ups“ ausgezeichnet worden. Der Preis wurde am Sonntag zum elften Mal verliehen – der 70-köpfigen Jury gehören Vorstände, Geschäftsführer, Redakteure und Prominente an.

Für Fresh Energy kommt die Auszeichnung zu einem günstigen Zeitpunkt: Das Unternehmen bereitet derzeit einen Neustart seines Produkts vor. Nachdem das Start-up kürzlich eine eigene Stromlizenz erhalten hatte, will es seine Kunden ab Juni direkt mit Ökostrom beliefern. Bisher war Fresh Energy auf andere Lieferanten angewiesen und hatte eine Kooperation mit Eprimo, einem Tochterunternehmen des noch zu RWE gehörigen Energieversorgers Innogy.

Mit dem Schritt nabeln sich die Gründer Christian Bogatu (CEO) und Daniel von Gaertner auch ein Stück weit von ihrem wichtigsten Geldgeber ab. Vergangenen Sommer hatte der Innogy Innovation Hub drei Millionen Euro in das Start-up investiert. Kapital hat Fresh Energy Ende des vergangenen Jahres zudem vom Staat bekommen: Das vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanzierte Programm „Einsparzähler“ unterstützt die Newcomer mit einer Million Euro. Die Förderung richtet sich an Firmen, die sogenannte Smart an Verbraucher ausliefern.

App soll beim Energiesparen helfen

Intelligente Stromzähler sollen auch künftig ein zentraler Bestandteil des Fresh-Energy-Angebots sein. Das Start-up verknüpft diese mit einer Smartphone-App, die den aktuellen Energieverbrauch im Haushalt anzeigt und auswertet. Durch die Visualisierung könne man Kunden Sparpotenziale aufzeigen, erklärt CEO Bogatu: „In Deutschland wird jedes Jahr Energie im Wert von vier Milliarden Euro allein durch Standby-Geräte verpulvert. Ein alter Kühlschrank verbraucht eventuell bis zu 200 Euro im Jahr, was dem Verbraucher oft gar nicht bewusst ist.“

Aktuell beschäftigt Fresh Energy nach eigenen Angaben 27 Mitarbeiter. Geld verdienen will das Start-up außer mit seinem Endkundenprodukt auch auf anderem Wege: Die Technologie wird auch als sogenannte White-Label-Lösung vertrieben. Das bedeutet, das andere Stromanbieter die Lösung gegen die Zahlung von Lizenzgebühren unter eigenem Namen vertreiben können.