Das Münchener Start-up erhält fast 40 Millionen Euro von Investoren. Deren enge Verbindungen in den US-Sport sollen bei der Expansion helfen.

Nicht einmal ein halbes Jahr ist es her, seit die Gründer von Freeletics mit der Ankündigung überraschten ihre Unternehmensanteile an amerikanische Investoren zu verkaufen. An Bord blieb CEO Daniel Sobhani, ehemaliger Mitarbeiter der Boston Consulting Group und ein Freund der Gründer, der das Start-up zukünftig gemeinsam mit den Managern Mark Wan und John Spinale aus dem Investorenumfeld als Vorstand leiten sollte.

Eine Strategie, die erfolgsvorsprechend zu sein scheint: Wie Freeletics bekannt gab, konnte das Fitness-Start-up 45 Millionen Dollar (umgerechnet etwa 40 Millionen Euro) einsammeln. An der Series-A-Finanzierungsrunde beteiligt waren die US-Investoren FitLab, Causeway Media Partners, JAZZ Venture Partners, Courtside Ventures, Elysian Park Ventures und ward.ventures, die bereits im August beim Exit der Gründer in das Unternehmen investiert hatten.

Ausbau des Produktangebots

Die Gruppe ist tief in der US-Sportindustrie verwurzelt, unter anderem durch enge Verbindungen zu Teams wie den Cleveland Cavaliers (NBA), San Francisco 49ers (NFL), Boston Celtics (NBA), und Los Angeles Dodgers (MLB). Neben diesen US Venture-Capital-Gesellschaften war außerdem der amerikanischer Bestsellerautor und NLP-Trainer Anthony „Tony“ Robbins beteiligt. Die Runde war offiziellen Angaben zufolge deutlich überzeichnet.

Mit dem frischen Kapital will das Managementteam seinem ambitionierten Ziel einen Schritt näher kommen: Freeletics soll die weltweit führende Fitness-App werden. „Darum fokusieren wir uns stark auf die Internationalisierung und den Ausbau unseres Produktangebots“, sagte Daniel Sobhani auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Der digitale Personal- Trainer soll dank Künstlicher Intelligenz und Machine Learning das Fitness-Level jedes Users beurteilen, von der Erfahrung anderer Nutzer lernen, und personalisierte Trainingspläne erstellen.

32 Millionen Nutzer in in über 160 Ländern

Nach seiner Gründung im Jahr 2013 fuhr das eigenfinanzierte Unternehmen eigenen Angaben zufolge vom ersten Tag an Gewinne ein und hat aktuell 32 Millionen Nutzer in in über 160 Ländern. „Die USA sind der am schnellsten wachsende Markt. Daneben zählen Brasilien, Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien aktuell zu unseren größten Märkten“, so Daniel Sobhani. Im Blick habe man auch Asien. Freeletics wird bereits seit 2016 in Japanisch angeboten, weitere asiatische Sprachen sollen folgen.

Aktuelle Zahlen wollte der CEO gegenüber WirtschaftsWoche Gründer nicht verraten: „Die kommunizieren wir grundsätzlich nicht, allerdings sind wir sehr zufrieden: Innerhalb der letzten sechs Monate konnten wir ein Umsatz-Rekordwachstum von 120% in unseren Kernmärkten inklusive den USA erzielen. 2019 wird diese Zahlen nochmal toppen.“ 2016 lag der Umsatz bei 20 Millionen Euro.