Die Franchise-Wirtschaft in Deutschland hat 2016 zugelegt, für manche Start-ups ist das Konzept eine interessante Alternative.

Franchise-Systeme bieten Gründern einige Vorteile. Wer seine Geschäftsidee in andere Städte verbreiten will und dabei vielleicht sogar noch eigene Läden braucht, kann schneller und leichter expandieren. Gegen eine feste Gebühr übernehmen Partner Marke und Konzept und betreiben eigene Filialen. Wer sich selbständig machen möchte, hat so zudem die Möglichkeit, auf ein etabliertes System zurückzugreifen.

Bekannt sind vor allem große Gastronomieketten von McDonald´s bis zu Vapiano. Aber auch Immobilienmakler wie Engel & Völker oder Remax, Unternehmen wie Apollo Optik oder Fitnessanbieter wie Bodystreet oder Mrs. Sporty setzen auf Franchise. Und Start-ups wie Box at Work expandieren ebenfalls mit Hilfe von Franchisepartnern.

119.000 Franchisenehmer gibt es inzwischen in Deutschland, zeigt jetzt eine Untersuchung des Bonner Forum Franchise und Systeme in Kooperation mit dem Deutschen Franchise-Verband (DFV). Die Zahl der Partner und der von ihnen beschäftigten Mitarbeiter stieg demnach 2016 um 1,3 beziehungsweise 1,7 Prozent. Inzwischen arbeiten fast 700.000 Menschen in Franchise-Betrieben.

Umsatz der Franchise-Systeme von 103 Milliarden Euro

Das zweite Jahr in Folge konnte die Franchise-Wirtschaft damit wieder leicht steigende Zuwachsraten verbuchen. Der von den deutschen Franchise-Systemen erzielte Umsatz stieg sogar auf 4,8 Prozent und betrug 103 Milliarden Euro.

Etwa 8000 bis 10.000 Gründer machen sich jedes Jahr als Franchisenehmer selbständig. Neben den Übernahmen bestehender Betriebe wurden laut der Erhebung 2016 mehr als 2600 Betriebe neu gegründet. 2017 wird ersten Prognosen zufolge sogar mit über 3000 neuen Betrieben gerechnet.

„Das eigentliche Potenzial ist weitaus größer. Etwa 20.000 neue Partner kann die Franchise-Wirtschaft hierzulande jedes Jahr aufnehmen und somit mehr als 10.000 neue Betriebe eröffnen“, sagt Felix Peckert, Chef des Forum Franchise und Systeme.

Im Schnitt beträgt die Investition in einen Franchise-Betrieb etwa 50.000 Euro. Der Kapitalbedarf kann je nach Konzept, Standortgröße und Vorlaufkosten aber auch auf über 200.000 Euro steigen.

Die meisten Systeme gibt es mit 39 Prozent im Dienstleistungsbereich, rund 30 Prozent fallen auf den Handel. Es folgen die Gastronomie-, Touristik- und Freizeit-Anbieter (22 Prozent) sowie der Bereich Handwerk, Bau und Sanierung (9 Prozent).