Für ratlose Supermarkt-Weinkäufer naht Rettung. “Frag Henry” berät Konsumenten als virtueller Sommelier, welcher Wein zu den Essenszutaten passt, die sie gerade gekauft haben.

Rund 74 Prozent ihrer Weine kaufen die Deutschen im Supermarkt. Doch wer berät sie dort? Wer sagt ihnen, welcher Wein zu welchem Essen passt? „Da sind viele Konsumenten überfordert“, sagt Tjorven Jorzik, 37, (rechts) und bietet seine Hilfe an. “Frag Henry” heißt das Unternehmen, das er gegründet hat. Es stellt in Supermärkten und Warenhäusern Terminals auf. Sobald die Kunden dort eingeben, welche Lebensmittel sie einkaufen, nennt der elektronische Sommelier die Weine, die mit der geplanten Mahlzeit korrespondieren. Die Software hat Jorzik gemeinsam mit der Deutschen Wein- und Sommelier-Schule in Koblenz entwickelt, um die Weinverkostung kümmert sich das Laborunternehmen SGS Institut Fresenius.
Den ersten Terminal installierte Jorzik im Juli 2011 in einem Edeka-Laden in Ahrweiler. Binnen sechs Monaten stieg der Weinumsatz dort um 21 Prozent. „Wer sich als Weinkäufer seiner Sache sicherer ist, gibt mehr aus“, erklärt Jorzig, der früher den Vertrieb des Nahrungsherstellers Milupa verantwortete. Als Partner gewann er seinen ehemaligen Schulfreund Hanns-Christian von Stockhausen, 37 (links). Bis 2017 wollen sie 2000 Supermärkte bestücken. Die Warenhauskette Globus stellte bereits 47 Terminals auf. In den nächsten fünf bis sieben Jahren will Jorzik europaweit expandieren.