Der Venture-Capital-Arm der Deutschen Telekom verkündet die zweite Finanzierung in Millionenhöhe in diesem Jahr. Die Watchlist bleibt gut gefüllt.

Business Intelligence für den Reisemarkt: Das will das Start-up Fornova mit Hauptsitz in London und verschiedenen Büros weltweit liefern. Jetzt erhält das junge Unternehmen in einer Wachstumsfinanzierungsrunde 17 Millionen US-Dollar. Angeführt wird das Investment von Deutsche Telekom Capital Partners (DTCP), beteiligt sind außerdem noch Waypoint Capital und JAL Ventures.

Fornova sammelt alle verfügbaren Daten zu Hotelpreisen aus Buchungssystemen und Online-Portalen zusammen und bereitet sie wiederum für die Industrie auf. „Die Preisfindung ist sehr komplex“, sagt der verantwortliche DTCP-Partner Thomas Preuss im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer: „Fornova hilft, Ineffizienzen im Travel-Markt zu identifizieren und zu beseitigen.“ Bereits jetzt verbuche das 2010 gegründete Fornova Millionenumsätze, im vergangenen Jahr verdoppelten sich die Erlöse. Mehr als 13 000 Hotels nutzen bereits die Softwarelösung, darunter bekannte Hotelketten wie Marriott, Hilton, oder NH Hotels.

Telekom-Finanzierungen nehmen Fahrt auf

Mit dem Investment verkündet der Venture-Capital-Arm der Deutschen Telekom bereits das zweite Investment in zweistelliger Millionenhöhe in diesem Jahr. Im Januar hatte DTCP mit anderen Geldgebern in die Marketingplattform AppsFlyer aus Israel investiert. Weitere Finanzierungen könnten bald folgen: „Wir haben eine extrem lange Watchlist“, sagt Preuss. DTCP investiert in technologiegetriebene B2B-Unternehmen weltweit. „Wir blicken auf Technologien, die Industrien nachhaltig verändern können“, sagt Preuss – naheliegende Themen sind also Industrie 4.0 sowie die Finanz- und Versicherungsbranche. Seit 2016 ist die Plattform mit Partnern in Kalifornien und Israel komplett.

Aber auch den deutschen Markt habe man genau im Blick, sagt Preuss, der für die europäischen Aktivitäten von DTCP verantwortlich ist. „Sowohl der Technologie- als auch der Venture-Capital-Markt hierzulande haben sich stark entwickelt“, sagt Preuss. Noch sieht DTCP aber viele deutsche Start-ups noch nicht in der Phase, die internationale Expansion voranzutreiben. „Wir sehen auch hier viele gute Unternehmen, die aber noch vergleichsweise klein sind“, sagt Preuss.

DTCP ist von der Konzernmutter Deutsche Telekom mit einem Investmentkapital von 500 Millionen Euro ausgestattet. Ausgelegt ist der Venture-Capital-Arm auf zehn Jahre: Aktuell befindet man sich im zweiten Jahr der fünfjährigen Investmentphase, danach sollen die Start-ups weitere fünf Jahre betreut werden.