Nach dem Einstieg 2017 kauft Sportscheck jetzt das gesamte Unternehmen. Der Sportartikelhändler hat große Pläne mit dem Zuwachs – und trifft auf harte Konkurrenz.

In zwei Sprint-Etappen haben die Anteile der Hamburger Plattform Fitfox die Besitzer gewechselt: Erst Ende Mai 2017 war der Sportfachhändler Sportscheck mit Hauptsitz in München, der zur Otto-Gruppe gehört, bei dem Start-up als Mehrheitsgesellschafter eingestiegen. Jetzt übernimmt Sportscheck auch die verbleibenden Anteile. Warum dieser Kauf in zwei Stufen in diesen kurzen zeitlichen Abständen realisiert wurde, will Mitgründer Dustin Selke jedoch auch auf Nachfrage nicht preisgeben.

Klar ist jedoch: Fitfox soll als eigenständige Marke und als eigenständiges Tochterunternehmen weiter betrieben werden – Selke übernimmt künftig gemeinsam Jan Kegelberg, dem Digitalchef von Sportscheck, die Geschäftsführung. Die beiden leiten ein Team, das große Pläne verwirklichen soll: Fitfox soll zur zentralen „Sporterlebnisplattform“ im Konzern werden.

Bislang konnten Nutzer über die Seite Tages-, Wochen-, oder Monatspässe von Fitnessstudios erwerben, ohne eine längerfristige Mitgliedschaft dort abschließen zu müssen. Im ersten Schritt werden nun eigene Lauftreffs oder Yoga-Events von Sportscheck in die Plattform integriert.

Ökosystem für das Thema Sport

Zusätzlich sollen auch Sportveranstaltungen von externen Partnern dort zu finden und zu buchen sein. Ein „Ökosystem für das Erlebnis Sport“ solle so entstehen, sagt Selke. Seit dem Einstieg von Sportscheck habe sich die Anzahl der Anbieter und Sportarten bereits vervierfacht. In 50 deutschen Städten sei man heute vertreten, heißt es auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer.

Mit der Expansionsstrategie und den Plänen für einen „Premium Club“, der Sportartikel, Dienstleistungen und Erlebnisse vereinen soll, ist man jedoch nicht ganz alleine. Anfang des Jahres verkündete etwa das Start-up Urban Sports Club die Übernahme eines weiteren Konkurrenten – die Berliner verlangen von den Nutzern eine monatliche Flatrate, dafür können sie jedoch in verschiedenen Studios und Sportarten trainieren.