Der Sportfachhändler ist beim Hamburger Start-up eingestiegen – und übernimmt nun die Vermarktung des Angebots. Einer der Gründer hat das Unternehmen verlassen. 

Tageskarte statt Mehrjahresvertrag: Fitfox ermöglicht es, unterschiedliche Fitnessstudios nach Lust und Laune ohne Mitgliedschaft zu nutzen. 3000 verschiedene Aktivitäten in 150 Studios verspricht das 2013 gegründete Start-up aktuell. Ausbauen will das Hamburger Unternehmen sein Angebot nun mit Hilfe eines bekannten Investors: Über ihre Tochter Sportscheck ist die Otto Gruppe bereits im April als Gesellschafterin bei Fitfox eingestiegen, wie die Unternehmen nun bekannt gegeben haben.

Zum Beteiligungsumfang wollte Fitfox-Geschäftsführer Dustin Selke – verantwortlich für Marketing und Sales – auf Nachfrage von WirtschafsWoche Gründer keine genauen Angaben machen. Auf der Homepage wird die Otto Gruppe aber bereits als Muttergesellschaft aufgeführt. Zudem tritt das Start-up jetzt unter der Marke „Fitfox.de by Sportscheck“ auf. Mit dem Einstieg des Sportfachhändlers scheidet Mitgründer Max Tymoszuk als Gesellschafter aus, so Selke. Er selbst und Mitgründer Edwin Hammond würden dagegen in ihren bisherigen Tätigkeiten bei Fitfox bleiben.

Von der neuen Muttergesellschaft verspricht sich das Duo eine größere Reichweite: Sportscheck erreicht über den eigenen Online-Shop, den Katalog und über die Social-Media-Kanäle nach eigenen Angaben über 80 Millionen Kundenkontakte. „In der neuen Struktur konzentriert sich das Team von Fitfox im Wesentlichen auf die Produktentwicklung und Partneranbindung“, sagt Selke. „Andere Funktionen wie die Reichweitenvermarktung übernimmt Sportscheck.“

Ausbau zur Erlebnisplattform

Das Ziel: In zwei Jahren will das Start-up in jeder Stadt über 100.000 Einwohner passende Fitness-Angebot ohne Vertragsbindung anbieten. Aktuell gibt es Partnerstudios in 15 Städten. „Perspektivisch wollen wir neben den Studioangeboten auch Sportevents und andere Erlebnisse rund um den Sport in das Angebot mit aufnehmen“, sagt Selke.

Der Sportfachhändler sieht das Engagement als Chance, zusätzliche Geschäftsfelder zu erschließen. „Die Kooperation mit Fitfox ist für uns ein weiterer Schritt, der Treffpunkt für das Erlebnis Sport zu werden“, kommentiert Jan Kegelberg, Geschäftsführer und Chief Digital Officer von Sportscheck. Der Händler arbeitet schon länger an einer Neuausrichtung des Geschäftsmodells – das hatte zuletzt zu Umsatzrückgängen und einer Belastung des Ergebnisses geführt.