Bei der Kreditvergabe halten Banken laut einer Studie lieber Abstand zu Start-ups. Sie sehen kaum Potenzial in der Zusammenarbeit mit Fintechs.

Lieber Oldschool statt jung und trendy: Die Digitalisierung im Kreditgeschäft treiben die meisten Banken ohne strategische Kooperationen mit Fintechs voran, so das Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung PwC unter 43 deutschen Banken und Sparkassen. Der Grund: Die Geldhäuser sehen kaum Vorteile in der Zusammenarbeit.

So kooperiert nicht einmal jedes zehnte Institut mit einem Fintech. Im Privatkundengeschäft haben 14 Prozent der befragten Banken und Sparkassen die Finanz-Start-ups zumindest teilweise in ihre Digitalstrategie einbezogen. Im Firmenkundengeschäft setzt immerhin ein Drittel teilweise auf Kooperationen.

Fintechs werden unterschätzt

Während die Institute Fintechs zwar durchaus als Konkurrenz wahrnehmen, spüren sie laut der Umfrage kaum Antrieb zur Zusammenarbeit. Höchstens für die Vertriebskanäle ließen sich Vorteile in der Kooperation erkennen – im Bereich Konsumentenkredit sieht das ein Drittel der Befragten so, im Bereich Baufinanzierung rechnet die Hälfte damit. „Die Banken sehen offenbar keinen Mehrwert darin, von den Kernkompetenzen des Gegenübers zu lernen“, wird Tomas Rederer, Partner bei PwC im Bereich Financial Services, in einer Pressemitteilung zitiert. „Damit vergeben die Institute aber die Chance, sich noch gezielter mit innovativen Produktangeboten am Markt hervorzuheben.“

Aktuell nehmen die Fintechs besonders Unternehmenskunden ins Visier: Mit neuen Finanzierungslösungen versuchen sie Firmen für sich zu gewinnen und fordern so die Banken heraus. Auch Investoren haben starkes Interesse an den innovativen Finanz-Start-ups: Beispielsweise der Company Builder FinLeap hat vor Kurzem einen hohen Betrag eingesammelt.