Siebenstellige Seed-Finanzierung: Das Fintech-Start-up Cookies hat 1,5 Millionen Euro von Investoren erhalten. 2016 wollen die Berliner ihre App launchen.

Einem Freund via App Geld zu überweisen, ist in Deutschland bislang gar nicht so einfach. Start-ups wie Cringle oder Lendstar arbeiten daran, den mobilen Zahlungsverkehr zu vereinfachen. Die Idee: Kleinere Summen per App statt mit Bargeld begleichen, beispielsweise wenn zwei Freunde nach dem Essen die Rechnung teilen wollen und der eine nicht genügend Banknoten dabei hat.

Auch das Berliner Fintech-Unternehmen Cookies will sich nun auf dem Markt versuchen. Noch haben die Berliner zwar kein Produkt. Trotzdem konnte das Anfang 2015 gegründete Start-up nun die ersten Investoren überzeugen. Für seine Seedfinanzierung gewann Cookies neben Holtzbrinck Ventures die Studivz-Gründer Ehssan Dariani und Dennis Bemmann sowie drei 6Wunderkinder-Manager. Sie stecken insgesamt 1,5 Millionen Euro in das junge Unternehmen.

Das Ziel beschreibt Cookies in einer Mitteilung so: „die schnellste und sicherste P2P-Payment-App Europas zu entwickeln“. Die Betaphase soll „bald“ starten, im ersten Quartal 2016 will das Start-up seine App launchen. P2P steht dabei für „peer to peer“, übersetzt bedeutet das so viel wie von Freund zu Freund. Die Applikation der Berliner bietet Echtzeit-Überweisungen an, sie soll zudem über eine Erinnerungsfunktion verfügen: Wer jemandem noch Geld schuldet, bekommt eine kurze Nachricht.

Cookies wurde von Lamine Cheloufi und Garry Krugljakow gegründet. Die beiden bringen bereits Erfahrung aus dem Fintech-Bereich mit: Sie arbeiteten bisher für das Start-up Number26, das seinen Kunden das Geld abheben erleichtern will.

Der Eine-Billion-Dollar-Markt

Start-ups wie Cookies wollen mit ihrem Geschäftsmodell einen Bereich abdecken, den klassischen Bank bislang vernachlässigt haben: das mobile Bezahlen. Den P2P-Markt schätzen Experten von Business Insider Intelligence auf eine Billion US-Dollar. Auch Unternehmen wie Google oder Facebook planen eigene Aktivitäten in diesem Bereich.

Finanzinstitute reagieren auf den Trend, indem sie verstärkt mit jungen Anbietern kooperieren. So arbeitet die App Cringle beispielsweise mit der Deutschen Kreditbank (DKB) zusammen. Eine solche Kooperation funktioniert allerdings nicht immer. Lenstar und die Comdirect begruben ihre gemeinsamen Pläne im Mai schon nach wenigen Monaten wieder.

Dass der Markt für das Freund-zu-Freund-Bezahlen nicht ganz einfach ist, zeigte sich im Juli auch am Anbieter Avuba. Dieser musste sein Geschäfts-Aus bekanntgeben.