Welches neue Gesetz würde helfen?
Sandboxing sollte in Deutschland eingeführt werden. Solche Rahmenbedingungen würden regionalen und internationalen Fintechs eine kontrollierte Umgebung anbieten, in der sie neue Lösungen an echten Kunden testen können. In vielen führenden Ökosystemen hat sich dieser Ansatz, bei der Generierung von Innovationen und der Beschleunigung des Marktzugangs, bewährt, während gleichzeitig Verbraucherrechte geschützt und Vorschriften an den technologischen Fortschritt angepasst werden. Bisher bietet in Europa, neben dem Vereinigten Königreich, nur Dänemark und die Niederlande solche Rahmenbedingungen an. Es gibt hier also eine Chance für Deutschland diese Gelegenheit zu nutzen. Zudem hat im letzten September die EU Richtlinien für den Entwurf von solchen Sandboxes vorgeschlagen. Wir hoffen, dass damit eine Entwicklung in diese Richtung in Gang gesetzt wird.

Thema Kooperationen: Sind Mittelständler und Konzerne eher Freund oder Feind?
Wir glauben fest an Zusammenarbeit als Motor für Innovation – also sagen wir definitiv ersteres. Die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und Unternehmen ist auf einem historischen Höchststand, wie wir im Techquartier aufgrund unserer Rolle als Matchmaker jeden Tag erleben. Aber am Ende des Tages gilt, „business is business“. Wenn man sich zum Beispiel High-End-Tech-Talente ansieht, ist es definitiv eher ein Wettbewerb zwischen dem, was Start-ups anbieten können (die Möglichkeit, etwas aufzubauen, viel Verantwortung zu übernehmen und Tag für Tag zu lernen) und dem, was größere, etabliertere Unternehmen können (Ruf, Sicherheit, bessere Gehälter usw.).

Was wird das nächste große Ding in diesem Themenbereich?
Künstliche Intelligenz. Frankfurt hat gerade einen eigenen AI-Hub gestartet, der im TechQuartier betrieben wird und sich auf Anwendungen im Finanzsektor konzentriert. Mit der AI-Ausgabe unseres Growth Alliance Fintech-Programms Ende November arbeiten wir derzeit daran, den Inhalt und die Promotion dieses Hubs aufzubauen.