Das Münchener Fintech erhält 4,5 Millionen Euro. Die Finanzierung soll auch dabei helfen, regulatorisch auf dem neuesten Stand zu bleiben.

DKB, Deutsche Handelsbank, SolarisBank oder FinReach: Das Start-up FinTecSystems kann bereits auf zahlreiche Finanzinstitute als Kunden verweisen. Eine neuen Finanzierungsrunde soll helfen, weitere Banken national und international dazu zu gewinnen. Dafür kann das junge Unternehmen jetzt 4,5 Millionen Euro einsammeln.

Die bisher beteiligten Risikokapitalgeber Ventech und Littlerock erhöhen ihr Investment dabei – laut Pressemitteilung „signifikant“. Als weiterer Ankerinvestor kommt die private Vermögensverwaltung Reimann Investors dazu. Man investiere in ein Unternehmen, „das bewiesen hat, über ein funktionierendes B2B-Geschäftsmodell zu verfügen und als Partner von Banken und Finanzdienstleistern den digitalen Wandel umzusetzen“, sagt Noel Zeh, der die neue Beteiligung für Reimann Investors betreut.

Das 2014 gegründete FinTec Systems bietet der Finanzbranche eine digitale Analyse von Online-Überweisungen an – und will den Banken so helfen, die finanzielle Zuverlässigkeit von Kunden zu erkennen. Dazu kommen sollen bald Aussagen über die Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit von Verbrauchern.

Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen aktuell mit 30 Mitarbeitern unterwegs und in Deutschland, Österreich und Spanien aktiv. „Wir decken mit unserer Schnittstelle bereits heute mehr als 100 Millionen Konten bei 5000 Banken ab“, sagt Martin Schmid, Mitgründer von FinTecSystems.

Compliance als Chance

Mit der neuen Finanzierung sollen bald auch Frankreich, Italien und die Schweiz als Märkte hinzukommen. „Aktuell steht das Wachstum im In- und Ausland im Vordergrund“, teilt das Start-up gegenüber WiWo Gründer mit – im Jahr 2019 will das Fintech dann profitabel arbeiten.

Vorher steht aber auch noch ein weiteres Unterfangen an: FinTecSystems möchte sich um eine Lizenz der Aufsichtsbehörden für die europäische Zahlungsrichtlinie (genannt PSD 2) bemühen, die Mitte Januar in Kraft tritt. Um das zu erreichen und sich mit dem gesetzlichen Siegel von der Konkurrenz abheben zu können, will das Fintech unter anderem eine Compliance-Abteilung im Unternehmen aufbauen. „Wir sehen in der Regulierung neue Möglichkeiten für unser Geschäftsmodell“, sagt Mitgründer Dirk Rudolf.