Der Company Builder gründet ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Vermögensberatung. Für beide Partner ist das eine neue Art der Kooperation.

Finanztipps vom Algorithmus: Ein digitales Werkzeug soll zukünftig die Arbeit der Berater der Deutschen Vermögensberatungs AG (DVAG) unterstützen. Für die Entwicklung und Einführung des neuen Programms hat sich der Finanzvermittler mit dem Berliner Company Builder Finleap zusammengetan. Gemeinsam haben beide Unternehmen zum Monatsbeginn die Deutsche Fintech Solutions gegründet.

Das neue Start-up soll mit seinen Produkten die Vermögensberater zukünftig von Routine- und Analysetätigkeiten entlasten und passende Produkte und Strategien für die Kunden empfehlen. „Unser Ziel besteht darin, das Einfühlungsvermögen und den Sachverstand von Finanzberatern mit künstlicher Intelligenz zu verbinden und das Ergebnis in den Dienst der Kundinnen und Kunden zu stellen“, sagt DVAG-IT-Vorstand Christian Glanz.

Gegenüber dem Handelsblatt (€) verrieten die beiden Partner ein wenig mehr: Bis zu 25 Mitarbeiter soll das Gemeinschaftsunternehmen beschäftigen – eine Mischung aus IT-Experten und Vertriebsspezialisten. Die Führungsspitze stammt aus der digitalen Welt: Reiner Neusser führte vorher den Dienstleister DV Deutsche Verrechnungsstelle, Vincent Ma hat zuvor beim Vergleichsportal Verifox gearbeitet.

Die Kooperation biete nun die Gelegenheit, mit einem etablierten Finanzdienstleister gemeinsam ein Unternehmen zu entwickeln, sagt Finleap-Geschäftsführerin Carolin Gabor. DVAG-Vorstand Glanz lobt die Fähigkeit des Company Builders, digitale Geschäftsmodelle „schnell, effizient und passgenau“ aufzusetzen.

Neue Form des Investments

Wie viel Geld die beiden Partner investieren – und wie sich das Investment genau für Finleap lohnen soll – wird jedoch nicht verkündet. Das Tool soll laut Pressemitteilung gezielt auf die Bedürfnisse der DVAG-Berater zugeschnitten werden, eine Skalierung außerhalb dieses Kosmos’ dürfte damit ausgeschlossen sein.

Bislang hat der Company Builder selbst verschiedene Fintechs angeschoben und mit Startkapital ausgestattet. Unter den 15 Finleap-Projekten sind unter anderem die Solarisbank, die jüngst eine umfangreiche Finanzierung abschließen konnte, und das Zinsportal Savedo, welches im vergangenen Sommer von Deposit Solutions geschluckt wurde.

Ebenfalls aus dem Finleap-Kosmos stammt der digitale Versicherungsmakler Clark. Der war in der vergangenen Zeit bereits zahlreiche Kooperationen mit Banken eingegangen. Auch im Bereich von digitaler Infastruktur hatten sich einige Fintechs zuletzt eher als Dienstleister positioniert, anstatt selbst den direkten Kundenkontakt zu suchen. Ein Joint-Venture, wie jetzt zwischen Finleap und DVAG, ist hingegen seltener zu finden.