Das Familienunternehmen sucht wie viele andere Firmen die Nähe zu Start-ups. Eine weitere Kooperation soll Tempo und Anzahl noch einmal erhöhen.

23 Projekte mit Start-ups in vier Jahren: Auf diese Bilanz verweist der Automatisierungsspezialist Festo, bekannt unter anderem für seine Produktionsroboter, gerne. Seit 2014 kooperiert das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Esslingen mit dem Münchener Frühphasen-Accelerator Techfounders.

Jetzt kommt eine weitere Kooperation dazu: Der M.Tech-Accelerator aus Stuttgart, mit einem Schwerpunkt rund um Mobilitäts-Start-ups, soll eine Brücke zwischen Festo und Jungunternehmen bauen. „Wir müssen die Zukunft im Blick haben und sind deshalb immer auf der Suche nach guten Ideen“, sagt Festo-Vorstand Frank Melzer, „daher liegt es nahe, sich im Umfeld von innovativen Start-ups umzuschauen.“

Hinter dem M.Tech-Accelerator stehen unter anderem die Stadt und die Region Stuttgart, eine Technologie-Initiative der dortigen Uni sowie ein lokaler Coworking-Space. Bis zu 25 Start-ups sollen pro Jahr – und für ein Jahr – in dem Programm begleitet werden.

Kooperation vs. Kalkulation

In den vergangenen Jahren konnte Festo schon einige Projekte mit Start-ups umsetzen. Kooperationen gab es zum Beispiel mit ProGlove, dem Sieger des Neumacher-Wettbewerbs 2015. Das Start-up entwickelt einen intelligenten Handschuh mit integriertem Scanner, der in einem Werk zum Einsatz kam. Auch Big-Data-Start-ups wie Soley oder Aucobo, die eine mobile Maschinenbedienung ermöglichen, testeten sich bereits in den Fabriken aus.

Die kostspieligen Investitionen in Start-ups wagt nicht jedes Unternehmen. Zunehmend beteiligen sich einige Mittelständler an Initiativen wie dem High-Tech Gründerfonds. Zwei Drittel aller Firmen sind jedoch noch keine Kooperation mit Start-ups eingegangen, ergab eine Bitkom-Studie aus dieser Woche. Größere Konzerne hatten dagegen in der Vergangenheit viel – auch gemeinsam mit Anbietern von Accelerator-Programmen – experimentiert, einige hatten aber die teuren Programme zuletzt auf den Prüfstand gestellt. Der Medienkonzern Sky hatte seine Initiative etwa im Dezember im Stillen auslaufen lassen.