2015 hat Maxi Knust das digitale Magazin Fempreneur gegründet. Nun veranstaltet sie im Rahmen der Berlin Web Week den ersten Fempreneur Summit.

Als Maxi Knust schließlich das digitale Magazin Fempreneur gründete, erfüllte sie sich einen langgehegten Traum. Denn schon im Studium hatte sie sich für das Thema Selbstständigkeit interessiert. Der Schwerpunkt des Magazins sind nun die Themen, die auch ihr als Gründerin besonders am Herzen liegen: Entrepreneurship und Female Empowerment.

WirtschaftsWoche Gründer: Sie waren nach dem Studium ein halbes Jahr festangestellt, haben dann gegründet. Wie wichtig ist Ihnen die Sicherheit?
Maxi Knust: Viel wichtiger als Sicherheit ist für mich die Möglichkeit kreativen Freiraum für eigene Ideen zu haben und diese auch direkt umsetzen zu können. Da meine Ansprüche an einen Arbeitgeber da sehr hoch ist, was die Selbstbestimmung, Flexibilität und Freiheit im Job angeht, lag die Gründung des eigenen Business nah. So kann ich mir nun Tag für Tag meinen eigenen Job kreieren, der auch zu meinen Stärken und meiner Persönlichkeit passt.

Zudem ist die Sicherheit lediglich finanzieller Natur in einem Job. Doch allzu oft arbeiten viele Menschen in Bereichen, die gar nicht ihrer Natur entsprechen, was viele meist auch unbewusst unglücklich macht. Auch mir ging es so und mit damals 26 Jahren kam mir der Gedanke: Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich hatte mich schon länger für die Selbstständigkeit und Gründung eines Startups interessiert.

Wie haben Sie dann angefangen?
Weil mir anfangs die Idee noch fehlte, begann ich erst einmal eine Website zu erstellen, was ich mir alles autodidaktisch beigebracht habe, und verband als Themen meine Herzensthemen: Female Empowerment und Entrepreneurship. Und daraus wurde dann Fempreneur, was zu meiner Überraschung so gut angenommen wurde, dass ich noch immer dabei bin.

Und auch wenn vielen Gründung als großes Risiko erscheint, ist es für mich vor allem die Chance, mein Leben und meine Arbeitswelt so zu gestalten, wie ich es für richtig und sinnvoll erachte. Und diese Selbstbestimmung ist mir wichtiger als eine scheinbare finanzielle Sicherheit. Denn vor allem Gen Y weiß, dass wir alle meist nur befristete Verträge haben und ein lebenslanges Arbeiten im gleichen Unternehmen eh der Vergangenheit angehört. Sicherheit und Risiko sind für mich daher eher eine Frage der Betrachtungsweise.

Warum diese beiden Themen?
Ich habe mich zum einen persönlich für die Themen Gründung, Selbstständigkeit und Startups interessiert. Und zum anderen empfinde ich Female Empowerment im Allgemeinen sehr wichtig. Konkret sieht man das auch in der Startup-Szene, dass noch insbesondere beim Selbstbewusstsein und Mut noch ein wenig Nachholbedarf besteht. Denn gerade einmal 13 Prozent der Unternehmen werden von Frauen gegründet. Und das liegt nicht an dem fehlenden Potenzial der Frauen. Im Gegenteil, es gibt so viele gut ausgebildete und engagierte Frauen. Aber nur ein minimaler Anteil gründet Unternehmen oder schafft es in Führungspositionen.

Ein Grund ist auch, dass es schlichtweg dadurch auch an Vorbildern oder auch der medialen Aufmerksamkeit fehlt, was sich aber gerade stark ändert. Auf Fempreneur wollte ich daher unterschiedlichen Gründerinnen, manche bekannt und erfolgreich, andere auch erst am Anfang, eine Plattform geben um andere Frauen zu inspirieren und ermutigen. In den Fempreneur Interviews fragen ich daher auch nach den Learnings, sodass Frauen voneinander lernen können.

Frauen sollen sich also trauen?
Unbedingt. Natürlich ist Gründen immer ein Risiko, aber trotzdem sollten sich Frauen einfach trauen, auch wenn Sie die Idee und den Businessplan noch nicht komplett fertig haben. Fehler darf man machen – aber daraus sollte auch gelernt werden.