Das Münchener Start-up baut Elektro-Antriebe für andere Fahrradhersteller. Die Nachfrage wächst deutlich – jetzt ziehen Investoren mit 6,5 Millionen Euro nach.

Das Produkt soll kaum sichtbar sein – und das kommt anscheinend an: Das Münchener Start-up Fazua konstruiert Antriebe für Elektro-Fahrräder, bei denen Akku und Motor fast komplett in das Unterrohr des Fahrrads integriert werden. Das überzeugt nun neue und bestehende Geldgeber: 6,5 Millionen Euro fließen jetzt in das 2013 gegründete Unternehmen.

Die aktuelle Finanzierungsrunde wird angeführt von Unternehmertum Venture Capital Partners – der Frühphaseninvestor ist eng verknüpft mit dem Start-up-Center der Technischen Universität München. Daneben erhöhen der High-Tech Gründerfonds und verschiedene Privatinvestoren ihre bestehenden Einlagen. Weiteres Kapital stammt von Bayern Kapital, einer Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats, die Geld aus dem relativ neu aufgelegten Wachstumsfonds Bayern investieren. „Erfahrung, Mehrwert und Know-How der Gesellschafter sind für uns essenzielle Säulen, ohne die Fazua nicht so erfolgreich agieren könnte“, sagt Johannes Biechele, Gründer des Start-ups.

Es wird eng in der Produktion

Das Geld soll helfen, das aktuell Wachstum von Fazua zu unterstützen. Die erst im vergangenen Jahr aufgebaute Produktion in München soll in diesem Frühjahr bereits wieder umziehen – der Platz wird eng. Das Start-up vertreibt seine Antriebe an Fahrradhersteller, die damit ihre E-Bikes ausrüsten. Nach eigenen Angaben verkaufen Firmen wie Bianchi, Cube oder Pinarello bereits Fahrräder, die von einem “eviation”-Motor von Fazua angetrieben werden. Für Fazua kommt die neue Finanzierungsrunde exakt ein Jahr nach Bekanntgabe einer ersten größeren Kapitalspritze: Damals erhielt das Start-up drei Millionen Euro.

E-Bikes wachsen in Deutschland deutlich stärker als der gesamte Fahrradmarkt. Zahlreiche Start-ups versuchen mit ausgeklügtelten Ingenieursleistungen, von diesem Boom zu profitieren. Das Unternehmen Bimoz bietet etwa Umbaupakete an, mit denen normale Fahrräder elektronisch motorisiert werden. Im Bereich des vernetzten Fahrradfahrens sorgte das Start-up Cobi für Aufsehen: Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Crowdfunding-Kampagne übernahm der Technologiekonzern Bosch das Unternehmen.