Das Medizintechnik-Start-up erhält 2,6 Millionen Euro von zwei Geldgebern und strebt wichtige Zulassungen an. Dem regionalen Fonds bleibt viel Kapital für weitere Beteiligungen.

Innovative Behandlungsmethoden für offene Bäuche: Das in Essen ansässige Medizintechnik-Start-up Fasciotens arbeitet an neuen Gerätschaften, die einen Verschluss der Bauchdecke erleichtern soll und so die Überlebenswahrscheinlichkeit bei schwerkranken Patienten erhöhen soll. Das Gründerteam aus zwei Chirurgen erhält nun eine Finanzierung über 2,6 Millionen Euro vom Risikokapitalgeber Coparion sowie dem regional fokussierten Gründerfonds Ruhr.

Das frischen Kapital soll nun helfen, das selbst entwickelte Medizingerät auf den Markt zu bringen – aktuell ist auf der Homepage ein Vertrieb ab Herbst 2018 angekündigt. Das Investment helfe, die notwendige Zulassung sowie „die erste klinische Anwendungsstudie zügig voranzutreiben, und den Markteintritt des ersten Produktes vorzubereiten“, sagt Mitgründer Frank Beyer.

30 Millionen Euro für das Ruhrgebiet

Die Beteiligung ist die erste des Gründerfonds Ruhr, der von dem landeseigenen Förderinstitut NRW-Bank und des Wirtschaftsverbunds Initiativkreis Ruhr ins Leben gerufen wurde. Fasciotens sei „ein perfektes Beispiel für junge und innovative Geschäftsideen aus der Medizintechnik, die im Ruhrgebiet gedeihen können“, sagt Aristotelis Nastos, einer der beiden Geschäftsführer des Gründerfonds Ruhr.

Mit der Suche nach der ersten Beteiligung hatte sich der Gründerfonds Ruhr ein Jahr Zeit gelassen. Im Juni 2017 hatte der Fonds die erste Zeichnungsrunde abgeschlossen. Elf Firmen hatten mehr als 30 Millionen Euro an Risikokapital für das regionale Engagement zugesagt. Neben dem Ankerinvestor NRW-Bank, der die Hälfte des Kapitals bereitstellte, gehörten zu den ersten Geldgebern unter anderem die im Ruhrgebiet ansässigen Konzerne Thyssen-Krupp, Evonik oder Innogy. Im Fokus des regionalen Investors stehen Branchen wie Energie, Logistik, Chemie oder Logistik.