Der Berliner Company-Builder Heartbeat Labs investiert in das Frankfurter Pharmaunternehmen, das Cannabis-Produkte produzieren und vertreiben will.

Die Gerüchteküche brodelte schon länger: Welches Unternehmen wird Seriengründer Sebastian Diemer als nächstes an den Start bringen? Auf das FinTech Kreditech folgte WirkaufendeinenFlug.de, dann kam bezahlt.de, das später in Finiata umbenannt wurde und Freiberuflern und kleinen Unternehmen die Vorfinanzierung von Rechnungen anbietet.

Gleich, wie erfolgreich die Start-ups auch liefen, Diemer zog es immer schnell weiter – die nächste Geschäftsidee lag nur einen Gedanken weit entfernt.

Cannabis-Import als Geschäftsmodell

Nun hat er zusammen mit Torsten Rössing, Mario Reichenbach, Marcus Ewald, Niklas Kouparanis und Patrick Schmitt das Pharmaunternehmen Farmako auf den Markt gebracht, das medizinisches Cannabis importieren und europaweit an Apotheken verkaufen sowie selbst an der Forschung und Entwickung neuer Produkte arbeiten will.

Der Berliner Company-Builder Heartbeat Labs, der Start-ups aus der Gesundheitsbranche finanziell und strategisch unterstützt, darunter KinderheldinCaresyntax  und BetterDoc, glaubt an den Erfolg seines neuesten Portfolio-Mitglieds – und steckt gemeinsam mit Co-Gründer Sebastian Diemer eine siebenstellige Summe in das Projekt.

Ein stark wachsender Markt

“Der Markt für alternative Heilmittel ist ein sehr relevanter und stark wachsender Bereich der pharmazeutischen Gesundheitsversorgung. Durch Farmako ergänzen wir unser Portfolio komplementär und etablieren Heartbeat Labs weiter als führende Plattform zur Modernisierung des Gesundheitssektors”, sagt Eckhardt Weber, Gründer und Geschäftsführer von Heartbeat Labs.

Mitte Oktober hatte Kanada als erste der G7-Nationen seinen Markt für medizinisches Cannabis auch für den Freizeit- und Gelegenheitskonsum geöffnet und bereitet damit einen Weg für weitere Märkte weltweit. Experten gehen davon aus, dass der Markt für medizinisches Cannabis in Europa von 59,3 Millionen Euro im Jahr 2018 bis zum Jahr 2028 auf 55,2 Milliarden Euro anwachsen wird.

Warte auf die Lizenzen

Aktuell müssen Farmako und andere Start-ups in diesem Bereich allerdings noch auf die notwendigen Lizenzen warten, um in den europaweiten Vertrieb zu gehen. Läuft alles nach Plan, soll dies im ersten Quartal des neuen Jahres 2019 der Fall sein. In Deutschland darf Cannabis seit 2016 verkauft werden – allerdings nur, wenn es als Schmerzmittel verschrieben wird. Krankenkassen übernehmen dann die Behandlungskosten. Angebaut werden darf hierzulande aber weiterhin nicht. Unternehmen wie Farmako müssen daher auf den Import setzen.