Das Start-up richtet Festivals nach dem Vorbild des indischen Holi-Fests aus. Damit hat es in Deutschland einen Trend ausgelöst. Doch lässt sich daraus langfristig ein Geschäft machen?

Von Benedikt Wurdack

In Indien sind an einem Tag alle Standesunterschiede vergessen. Während des Holi-Fests feiern die Gläubigen zusammen nicht nur den Einzug des Frühlings, sondern auch den Sieg des Guten über das Böse. Bekannt ist das Fest für seine Farbpracht, die Teilnehmer werfen mit großen Mengen Farbpuder.

Die Gründer der Holi Concept GmbH, Jasper Hellmann, Max Riedel und Maxim Derenko, waren davon beeindruckt und entschlossen sich, das Fest in Europa auszurichten – jedoch als Party und nicht als religiöses Ritual. Los ging es 2012 in vier deutschen Großstädten: Berlin, Dresden Hannover und München.

Bei den Veranstaltungen feiern die Teilnehmer zu House oder Dance-Musik und werfen mit dem bekannten Farbpulver um sich. Der Veranstalter verdient an Eintritt, Verpflegung und den Farbbeuteln, denn die dürfen nicht mitgebracht, sondern nur vor Ort gekauft werden.

Doch lässt sich diese Idee im vollgeplanten Festivalsommer dauerhaft etablieren? Es scheint so.

Holi hat sich erst einmal seinen Platz in der Welt der Festivals gesichert – dieses Jahr ging es schließlich in fünfte Runde. Und auch andere Veranstalter haben das Farbspektakel entdeckt. Mehrere Eventagenturen oder Konkurrenten bieten ähnlich aufgebaute Veranstaltungen an.

Holi Concept hat es geschafft, mit der importierten Idee ein ordentliches Geschäft aufzubauen. 2015 konnten etwa zehn Millionen Euro an Umsatz erwirtschaftet werden, 2016 sei mit ähnlichen Ergebnissen zu rechnen. Zur Erinnerung: 2014 erreichte das Start-up neun Millionen Euro, für 2015 waren eigentlich zwölf Millionen geplant.

Holi-Festivals in den USA und Asien geplant

Die Frage ist nun, ob und wie noch weiteres Wachstum möglich ist? „Es gibt schon Ideen“, erklären die Gründer, „die aber natürlich noch vertraulich sind.“ Um den heimischen Markt auch 2017 zu sichern, sind Verbesserungen im Bereich Programm und Technik geplant. Für 2017 wollen die Veranstalter ein neues und innovatives Showkonzept schaffen, bargeldloses Zahlen per Guthabenkarte soll die Abwicklung an den Ständen beschleunigen. Bei großen Festivals wie dem Splash verwenden die Veranstalter bereits solche Systeme. Dadurch, so der Plan, bleibt dem Gast mehr Zeit für das Erlebnis.

Zudem hat Holi Concept auch das Ausland im Blick. Die Freude an der Farbschlacht ist schon lange nicht mehr auf Deutschland beschränkt: 2015 waren 29 Städte in 15 Ländern im Programm, von Buenos Aires bis Zürich. Insgesamt hätten 2015 über 400 000 Fans am Holi Festival of Colours teilgenommen, davon 120 000 in Deutschland.

2016 konnte Holi Concept Chile und Südafrika mit einem beziehungsweise drei Austragungsorten als neue Länder gewinnen. Allerdings wurden die Veranstaltungen im Libanon und El Salvador abgeblasen, für 2017 könnten sie aber wieder an Bord sein. Vorrausetzung dafür wäre allerdings, dass sich die Lage in beiden Ländern stabilisiert. Und dann hat das Start-up noch größere Ziele im Visier: „Die USA und der asiatische Markt sind für 2017 in Verhandlung.“