Das Portal erleichtert Unternehmen den Einsatz von Drohnen. Zwei neue Investoren bringen jetzt neben Kapital auch Erfahrung mit an Bord.

Ein Risikokapitalgeber und ein Luftfahrtmanager stärken das Münchener Start-up Fairfleet. Auf dem Portal können Firmen Drohnenflüge buchen – Fairfleet sucht dann die passenden Piloten und bereitet die Luftbilder zudem noch technisch oder analytisch auf. Zu den aktuellen Kunden gehören Unternehmen aus der Versicherungs- oder Immobilienbranche. Die Höhe der aktuellen Wachstumsfinanzierung will das Start-up auch auf Nachfrage nicht verraten. Erst in diesem Sommer hatte Fairfleet eine erste Anschubfinanzierung abgeschlossen, bei der sich der High-Tech Gründerfonds beteiligt hatte.

Entwickelt hatten die Münchener ihre Idee in einem Accelerator-Programm der Allianz. Ursprünglich wollte man dabei als reiner Marktplatz auftreten – spürte jedoch schnell, dass gerade die Unternehmen eine durchgängige Betreuung und einen einheitlichen Ansprechpartner wünschten. „Eine reine Durchreichung des Auftrags funktioniert nicht“, sagt Florian Waubke, Mitgründer und Geschäftsführer des Start-ups. Heute bezeichnet Waubke den Prozess scherzhaft als eine Art Parship für Drohnenflüge: Schließlich muss sein Team sicherstellen, dass Erlaubnisse, Erfahrung, Ausrüstung und Verfügbarkeit eines freiberuflichen Piloten genau zum jeweiligen Einsatzzweck passen.

Neue Produkte mit Unternehmen entwickeln

Das neue Investment soll jetzt auch dazu dienen, Produkt und Plattform weiterzuentwickeln. Vor allem aber will man den Vertrieb stärken. Das soll nicht nur dazu führen, einzelne Unternehmen zu einer Buchung zu bringen – sondern auch gemeinsam neue Angebote zu entwickeln. Mit dem Erneuerbare-Energien-Spezialisten Renerco kooperieren die Münchener etwa, wenn es um Inspektionsflüge für Solaranlagen ging. Auch mit der Versicherungswirtschaft sind solche Zusammenarbeiten geplant.

Das Plattformmodell senke dabei die Einstiegshürden für Unternehmen, ist Neu-Investor Stefan Zoller überzeugt. Der ehemalige Manager des Airbus-Mutterkonzerns EADS hat sich bereits seit langer Zeit mit der Drohnentechnologie auseinandergesetzt. Die hatte in Deutschland auch aufgrund der rechtlichen Unsicherheit lange Gegenwind gespürt. Einzelne  Start-ups wie die Logistik-Spezialisten von Doks Innovation arbeiten am Einsatz der unbemannten Fluggeräte.

Nun will sich auch Fairfleet in Deutschland und auch darüber hinaus etablieren. Heute schon habe man Drohnenpiloten aus 48 Ländern in der Datenbank, heißt es bei Fairfleet. Hans-Jürgen Even, Vertreter des in Düsseldorf ansässigen Risikokapitalgebers 3E Capital, freut sich daher über das skalierbare Geschäftsmodell der Münchener.