Das Start-up vermittelt Bildaufnahmen und -auswertungen von Drohnen. Eine Branche ist bereits besonders neugierig auf das Angebot der Münchener.

Wo Google Maps nicht ausreicht, helfen Drohnen häufig weiter: Mit den unbemannten Fluggeräten können Firmen schnell detaillierte Luftbilder von Landstrichen, Häusern oder Industriegebäuden erhalten. Das Start-up Fairfleet will den Bestellprozess für solche Aufträge vereinfachen – mit wenigen Klicks können Unternehmen auf der Plattform einen Überflug buchen.

Jetzt erhält das etwa zwei Jahre alte Start-up finanziellen Aufwind: Der halbstaatliche Frühphaseninvestor High-Tech Gründerfonds (HTGF) beteiligt sich mit einer ungenannten Summe an Fairfleet – in der Regel investiert der HTGF in einer ersten Runde maximal eine Million Euro.

Der neue Gesellschafter ist von dem Geschäftsmodell überzeugt: „Ein komplexes Produkt in eine simple Dienstleistung zu verwandeln war schon oft der Startpunkt für exponentielles Wachstum und große Unternehmen“, sagt Olaf Joeressen vom HTGF.

An der weiteren Vereinfachung arbeitet das Fairfleet-Team. Die Idee: Statt individuellen Besprechungen werden feste Paketpreise angeboten. Der Nutzer definiert auf einer Karte den Raum, der überflogen und fotografiert oder gefilmt werden soll – dann kümmert sich einer der aktuell 1600 Drohnenpiloten aus 42 Ländern im Netzwerk von Fairfleet um die Genehmigungen und lässt sein Fluggerät starten. „Mit zunehmend standardisierten Produkten möchten wir die möglichen Einsatzgebiete von Drohnen kontinuierlich ausbauen“, sagt Gründer Florian Waubke.

Viel Interesse aus der Versicherungsbranche

Aktuell vermarketet Fairfleet seine Dienstleistungen vor allem für die Immobilienbranche und als Inspektionsservice für die Telekommunikations-, Energie- und Versicherungsbranche. Insbesondere in der Versicherungsbranche ist das Interesse groß, Schäden schnell und vergleichsweise kostengünstig aus der Luft zu begutachten: Entstanden ist Fairfleet in einem Accelerator-Programm der Allianz, seit diesem Frühjahr ist das Start-up zudem Teil des ersten Programms des Plug and Play Insurtech-Accelerators in München.

In Deutschland wächst so das Ökosystem rund um die unbemannten Fluggeräte weiter. Es reicht von Herstellern wie Quantum Systems über Softwarespezialisten wie Flynex bis zu Anwendern wie Doks Innovation, die Drohnen als fliegenden Logistikhelfer in Lagerhallen einsetzen wollen. Bereits in die USA expandiert ist das Kasseler Start-up Dedrone, welches Abwehrmaßnahmen gegen Drohnen entwickelt, die unerwünscht in sensible Bereiche eindringen.

Fairfleet positioniert sich mit seinem Angebot jetzt als direkte Schnittstelle zu kleineren Anwendern. International ist das us-amerikanische Start-up Airware mit einem ähnlichen Konzept wie Fairfleet als Dienstleister unterwegs.