Die bisherigen Investoren stützen das Hamburger Start-up mit weiteren acht Millionen Euro. Verschärfte Gesetze für den boomenden Markt sind vorerst vom Tisch.

Ob Studentenwohnungen in Lübeck, ein Wohnpark in Langen oder ein Gewerbekomplex in Karlsruhe – 51 Immobilienprojekte haben Kleinanleger über die Crowdplattform Exporo bisher mitfinanziert. Erfolg kann das Hamburger Start-up nun auch hinsichtlich der eigenen Finanzierung vermelden: Acht Millionen Euro hat das Gründerteam um Julian Oertzen, Simon Brunke und Björn Maronde gerade eingesammelt. Die Finanzierungsrunde wird getragen von e.ventures, Holtzbrinck Ventures, Sunstone und BPO Capital. Die Geldgeber hatten bereits im Juli vergangenen Jahres 8,2 Millionen Euro in Exporo investiert.

Das Unternehmen, das aktuell 60 Mitarbeiter beschäftigt, will nun weiter wachsen. „Wir freuen uns, dass unsere bestehenden Investoren schon nach so kurzer Zeit zusätzliches Kapital für den Ausbau von Personal, Plattform und Produkten zur Verfügung stellen und damit unsere führende Marktposition enorm stärken“, sagt CEO Brunke. Geplant sind auch neue Produkte. So soll Privatanlegern das Investment in Immobilienprojekte auch über Anleihen ermöglicht werden. Das erhöhe die Sicherheit der Anlage und ermögliche größere Finanzierungsvolumen.

Steigendes Finanzierungsvolumen

Über Exporo können Privatanleger ab einer Summe von 500 Euro in Immobilienprojekte investieren. Die Darlehen werden nach Abschluss des jeweiligen Bauprojekts verzinst zurückgezahlt. Der Anbieter verspricht Renditen bis zu sechs Prozent und kuzre Laufzeiten. Ähnlich arbeiten die Plattformen Zinsland, Zinsbaustein, iFunded und Bergfürst. Das Geschäft boomt: Alleine im vergangenen Jahr wurden Branchenangaben zufolge über die führenden Plattformen 48 Crowdinvestmentrunden im Bereich Immobilien erfolgreich abgeschlossen. Das Volumen lag bei über 40 Millionen Euro – und damit fast doppelt so hoch wie noch 2015.

Ungemach drohte der Branche aus Berlin: Finanzpolitiker von Union und SPD hatten strengere Regeln für die Schwarmfinanzierung von Immobilienprojekten diskutiert. Experten hatten gefordert, bestehende Ausnahmeregelungen beim Kleinanlegerschutzgesetz zu streichen. Die Anbieter hätten dann umfassende Prospekte zu den Investmentprojekten erstellen müssen. Die Pläne sind aber vorerst vom Tisch, wie das Handelsblatt berichtet.