Cashboard vermittelt Geldanlagen im Netz. Nun hat das Start-up prominente Investoren überzeugt, musste vor der Finanzierungsrunde aber erst einmal seine Crowdanleger herauskaufen.

Das Berliner Start-up Cashboard hat eine Seed-Finanzierung über zwei Millionen Euro abgeschlossen. Das Geld kommt von den Wagnisfinanzierern Earlybird und Redalpine, den DailyDeal-Gründern Fabian und Ferry Heilemann sowie Heiko Hubertz, Gründer des Onlinespieleanbieters Bigpoint. Außerdem ist mit 500 Startups einer der bekanntesten US-Seed-Investoren an Bord. „Wir waren mit der Runde eigentlich schon durch“, erzählt Cashboard-Gründer Robert Henker. Doch nach einem Pitch in Japan wollte 500 Startups mit einsteigen „und die schiebt man nicht von der Bettkante“.

Cashboard bietet seinen Nutzern Geldanlagen im Internet. Das bereits 2010 gegründete Unternehmen hatte sich anfangs durch Crowdfunding finanziert. In zwei Runden sammelte Cashboard – damals noch unter dem Namen Refined Investment – in Rekordzeit insgesamt 450 000 Euro bei Seedmatch ein.

Um die jetzige Runde zu stemmen, musste das Unternehmen die Crowdanleger jedoch wieder herauskaufen. „So komplexe Strukturen und Einzelverträge mit 450 Privatleuten sehen VC-Fonds extrem kritisch“, sagt Henker. Im Mai hatte Cashboard den Seedmatch-Investoren daher 668 250 Euro geboten, um ihre Darlehen und stillen Beteiligungen vorzeitig auszulösen. Das entspricht einem Aufschlag von 48,5 Prozent und ist laut Cashboard die höchste Rendite, die Crowdanleger in Deutschland von einem Start-up bisher bekommen hätten. 70 Prozent der Seedmatch-Investoren nahmen das Angebot an. Damit musste Cashboard 500 000 Euro der bereits eingesammelten Investorengelder für den Buyout der Crowd aufwenden.