Bereits zum dritten Mal in nur sechs Monaten verkündet das Versicherungs-Start-up Getsafe eine Finanzierungsrunde. Das frische Kapital kommt unter anderem von der Commerzbank und Rocket Internet.

An Investoren mangelt es dem Start-up Getsafe in diesem Jahr nicht. Nach den Finanzierungsrunden im April und im Juni gibt das Versicherungsunternehmen nun die nächste Kapitalspritze bekannt: Die Heidelberger erhalten eine siebenstellige Summe. Für die Finanzierungsrunde konnten sie gleich mehrere neue Geldgeber gewinnen, unter anderem die Commerzbank, Capnamic Ventures, Acton Capital Partners und Iris Capital. Auch Rocket Internet investiert über den Fonds Global Founders Capital erneut in die junge Firma.

Mit dem frischen Kapital will das Versicherungs-Start-up sein Wachstum beschleunigen und die Marktführerschaft weiter ausbauen. Das Geld soll zudem in die Technologie und die Servicequalität fließen. Schloss Getsafe im April noch eine baldige Expansion gegenüber WirtschaftsWoche Gründer aus, kündigt das Start-up nun den Start in internationale Märkte ab 2016 an.

Dank der Unterstützung sei es Getsafe möglich, „den bisherigen Erfolg“ fortzuführen, sagt Gründer und Geschäftsführer Christian Wiens. Auch die Commerzbank äußerte sich zu dem Investment: Sie freue sich, durch die Investition „die Expansion weiter zu beschleunigen“, so Patrick Meisberger, Managing Director von CommerzVentures, einer Mitteilung zufolge.

Eine App als Versicherungsmakler

Getsafe wurde von Wiens und Marius Blaesing entwickelt. Die App startete im September 2014 und will Nutzern einen Überblick über ihre Versicherungen verschaffen. Gleichzeitig versteht sich Getsafe als Makler, der über eine Vollmacht Zugriff auf die Daten der Kunden hat und über den auch Verträge abgeschlossen werden können.

Bei dem Start im vergangenen Jahr mussten die Heidelberger allerdings Kritik vom Bund der Versicherten einstecken: „Es werden auf der App hochsensible Kundendaten hochgeladen, die bei einem Sicherheitsleck in falsche Hände geraten könnten“, warnte der Vorstandsvorsitzende Axel Kleinlein gegenüber dem „Handelsblatt“. Getsafe-Gründer Wiens hatte die Kritik im April mit den Worten gekontert, die Kunden hätten weniger Probleme mit den Daten ihrer Haftpflichtversicherung als mit den Daten zum Onlinebanking.

Getsafe hatte im April seine Seedfinanzierung abgeschlossen und dafür bereits Rocket Internet und die Check24-Gründer als Geldgeber gewonnen. Im Juni kam eine außerplanmäßige Finanzierung hinzu, als die Interhyp-Gründer bei dem Heidelberger Start-up einstiegen.