Das israelische Start-up entwickelt Software, mit der Unternehmen mobile Werbung messen können. Nun sammelt AppsFlyer 56 Millionen Dollar ein und greift den deutschen Markt an.

AppsFlyer, die weltweit führende Plattform für mobile Marketinganalyse, schließt eine neue Finanzierungsrunde mit 56 Millionen Dollar ab. Zu den Hauptinvestoren gehören neben Deutsche Telekom Capital Partners – dem Finanzierungsarm des Dax-Konzerns – und Goldman Sachs Private Capital Investing auch die israelischen Investoren Qumra Capital und Pitango Growth. Die Gesamtfinanzierung des 2011 gegründeten Unternehmens steigt damit auf 84 Millionen Dollar.

AppsFlyer hat eine Technologie entwickelt, mit der Unternehmen den Erfolg ihrer mobilen Werbung messen können. Mithilfe einer Software, die App-Betreiber in ihre App einbinden können, werden Links auf Apps oder Webseiten automatisch getrackt. So können Firmen nachvollziehen, ob Kunden einem Link wirklich gefolgt sind und damit die Werbung erfolgreich war.

In den vergangenen beiden Jahren ist AppsFlyer stark gewachsen und hat das Team in insgesamt zwölf Märkten weltweit von 40 auf 240 Mitarbeiter ausgebaut. Seit Anfang 2016 leitet Ben Jeger die neue Zentrale für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Berlin. Derzeit weilt Jeger in Herzlia, einer kleinen israelischen Stadt bei Tel Aviv. Dort befindet sich das AppsFlyer-Hauptquartier, in dem gerade alle Landeschefs tagen, um die neue Strategie für dieses Jahr zu besprechen.

„Wir haben die Nachricht gestern verkündet und auch ein bisschen gefeiert, aber das Geld ist ja nicht zum Partymachen da“, sagt Jeger am Telefon. Bis Ende des Jahres wolle er sein Team in Berlin von vier auf acht Mitarbeiter aufstocken, dafür könne er einen Teil des Geldes gut gebrauchen.

Die große Aufholjagd gegen den deutschen Marktführer adjust

Noch ist AppFlyers relativ unbekannt in Deutschland, Marktführer ist adjust. Das fünf Jahre alte Berliner Start-up ist mit fast 30 Millionen Euro finanziert und beschäftigt allein in der Hauptstadt mehr als 120 Mitarbeiter. Zu den Kunden zählen Uber, Spotify und Zalando.

Ben Jeger und sein kleines Team wollen nun dieses Jahr versuchen, dem Konkurrenten die Kunden abzujagen. „Wir müssen noch viel aufholen, aber unser Ziel ist, den deutschen Markt zu übernehmen“, sagt Jeger.

Langfristig betrachtet könne er sich vorstellen, dass der Markt konsolidieren wird. „Konkurrenten werden entweder ausscheiden oder aufgekauft werden“, sagt Jeger.

Innerhalb des ersten Jahres hat er schon große Namen wie die Reisesuchmaschinen Trivago und Kayak sowie das deutsche Spielesoftwareunternehmen Goodgame Studios als Kunden für Deutschland gewinnen können.

„Wir sind stolz, dass die Deutsche Telekom Capital Partners ins uns investiert und nicht in unsere deutsche Konkurrenz“, sagt Jeger. AppsFlyer habe sich als führender Anbieter in Europa durchgesetzt, begründet Thomas Preuss, VC Partner Europa bei Deutsche Telekom Capital Partners, die Investition. DTCP ist die Investment Management Gruppe der Deutschen Telekom. Sie bietet Venture Capital, Private Equity und Strategische Beratung für Technologie-, Medien- und Telekommunikationsunternehmen.