Die Firma ist gegründet, aber mit dem Partner läuft es nicht immer gut. Höchste Zeit etwas dagegen zu tun. Wie das gelingen kann.

Erfolgreich gründen kann man lernen: Ein neues Buch von Claudia Ossola-Haring und Alexander Dürr gibt Tipps, wie es gelingt, während des Studiums zu gründen – und welche Fallstricke es dabei zu beachten gibt. Im ersten Teil der Serie haben wir uns den wichtigsten Tipps zu den Steuerpflichten von Gründern gewidmet. In dieser Woche schauen wir uns an, was zu tun ist, wenn es mit den Partnern einmal nicht so gut läuft.

Das Start-up ist gegründet, wichtige Veränderungen stehen an, aber im Team läuft es nicht immer so gut, wie erhofft oder die Lebensentwürfe passen einfach nicht mehr zusammen. Vielleicht fand er auch einfach die Idee zu gründen im Studium charmant, nach dem Abschluss ist eine feste Anstellung aber verlockender.

Wenn das Unternehmen weitergeführt werden soll, müssen Sie zunächst die rechtlichen Gesellschafterverhältnisse klären. Dazu zählen etwa die Frage: „Wer übernimmt die Anteile des ausscheidenden Partners?“ Zunächst einmal muss eine Unternehmensbewertung durchgeführt werden. Das kann etwa ein unabhängiger Steuer- oder Unternehmensberater übernehmen oder sie kann auch selbst durchgeführt werden.

Einen richtigen Kaufpreis gibt es dabei nicht: Nachfrage und Angebot bestimmten den Preis, und nicht selten kann entscheidend sein, wie viele zusätzliche Bieter es für den zu verkaufenden Geschäftsanteil gibt. Sind diese beiden Hürden der Schätzung und des Kaufpreises genommen, muss der Zeitpunkt der Kaufpreiszahlung festgelegt werden.

Was aber passiert, wenn das Start-up so gut läuft, dass ein weiterer Partner dazu kommt, der sein eigenes Know-how und zusätzliches Kapital mitbringt und so an der Weiterentwicklung des Unternehmens mitwirkt? Im Grunde muss auch in diesem Fall das Unternehmen bewertet werden, da sich die Beteiligungsverhältnisse durch den neuen Partner verschieben werden und künftig noch jemand an der Fortentwicklung des Unternehmens mitbestimmen wird. Am besten wird das alles in einem Gesellschaftervertrag geregelt, die Veränderung muss dann ins Handelsregister eingetragen werden.

Nun kann es aber auch sein, dass Sie die Firma verkaufen oder beenden wollen, weil sich auch Ihre Ziele geändert haben. Das gelingt am besten, wenn die Firma wirtschaftlich erfolgreich ist, denn mit einem positiven Unternehmenswert wird auch die Nachfrage am Markt größer sein. In erster Linie gilt aber: Mit dem Verkauf sollte man sich Zeit lassen, und im Vorfeld alles gut planen. Manchmal kann auch Hilfe von „außen“ gut sein, die gemeinsam mit Ihnen aktiv auf Käufersuche geht.

„Einen Experten sollen Sie auch dann kontaktieren, wenn Sie die Geschäftstätigkeit einstellen wollen“, schreiben die Autoren. Denn bei der Auflösung der Gesellschaft fallen Steuern auf den Verkaufserlös des Betriebsvermögens an – und die können zum Teil nicht unerheblich sein.