Das Start-up setzt auf Künstliche Intelligenz, um große Mengen an Bilder und Texten durchsuchen zu können. Zwei Branchen stehen besonders im Fokus der Münchener.

Ob Textdateien, Datenbanken oder auch Mengen von Bildern: Mit einer selbstlernenden Software will ExB Labs Unternehmen dabei helfen, Massen an unsortierten Daten zu durchsuchen und auf wichtige Informationen hin zu filtern. Das bereits 2000 gegründete Tech-Unternehmen erhält nun einer Finanzierungsrunde jetzt 9,5 Millionen Euro Risikokapital. Mit der Beteiligung wird das Start-up mit einer zweistelligen Millionensumme bewertet, wie das Handelsblatt (€) schreibt.

Angeführt wird die aktuelle Finanzierungsrunde von Alstin Capital – hinter dem Münchener Risikokapitalgeber steht Gründer und „Höhle-der-Löwen“-Investor Carsten Maschmeyer. Daneben beteiligt sich der staatliche Wachstumsfonds Bayern, der von Bayern Kapital verwaltet wird. Der Wirtschaftsminister des Freistaates, Franz-Josef Pschierer, begrüßt das Engagement in das Künstliche-Intelligenz-Start-up ExB als Investiton in eine der „Schlüsseltechnologien der Zukunft“.

Nach eigenen Angaben soll die jetzt abgeschlossene Finanzierung ExB dabei helfen, die Technologie besser zu vermarkten. Die Leistungsfähigkeit habe die KI bereits in unterschiedlichsten Anwendungen unter Beweis gestellt, so Gründer Ramin Assadollahi, nun gehe es darum sie „einer Vielzahl von Unternehmen als skalierbare Produkte im Lizenzmodell anzubieten.“

Software für selbefahrende Autos

Im Fokus stehen insbesondere zwei Branchen, in denen ExB punkten will: Zum einen bei Banken und Versicherungen, die aus Kundendaten und Marktinformationen dank selbstlernender Software genauere Produkte für Nutzer berechnen, die Betreuung verbessern oder Risiken individueller klassifizieren könnte.

Zum anderen ruhen die Hoffnungen auf der Automobilbranche. Hier hängt der Erfolg von selbstfahrenden Autos auch von der Software ab, die visuelle Informationen wie Verkehrsschilder erkennen und einordnen kann. Mit ähnlichen Herausforderungen beschäftigt sich auch Start-ups wie Terraloupe, die mit Künstlicher Intelligenz Kartenmaterial aufbereiten, oder Understand.ai, die Daten für die Autoindustrie bereitstellen.

Dass es gelingen kann, einen entscheidenden Beitrag in einer Branche zu liefern, hat Gründer Ramin Assadollahi bereits bewiesen: 2010 kaufte ihm Nokia die Patente für eine Software ab, die die passenden Worte beim Tippen auf dem Handy vorschlug, wie das Handelsblatt (€) kürzlich in einem ausführlichen Porträt berichtete.