Exit für Evopark: Der Mittelständler Scheidt & Bachmann kauft 75 Prozent des Kölner Park-Start-ups. Nun soll die Expansion ins europäische Ausland vorangetrieben werden.

Als Evopark im Juli des vergangenen Jahres den Einstieg eines Investors verkündete, war die Aufregung groß. Der Grund: Porsche hatte das erste Mal überhaupt in ein Start-up investiert – und für einen einstelligen Millionenbetrag 22 Prozent des jungen Unternehmens erworben.

Nun, drei Jahre nach der Gründung sorgt Evopark mit einer neuen Nachricht für Aufsehen.

Porsche Digital und Business Angels geben Anteile ab

Wie Gründerszene berichtet, verkaufen die vier Gründer Maximilian Messing, Marik Hermann, Tobias Weiper und Sven Lackinger 75 Prozent ihres Start-ups an das 1872 gegründete Mönchengladbacher Familienunternehmen Scheidt & Bachmann, dessen Parkhaussysteme weltweit genutzt werden. Sie selbst behalten 25 Prozent. Wie hoch die Kaufpreissumme ist, bleibt geheim. Alt-Investor Porsche Digital sowie beteiligte Business Angels geben ihre Anteile im Rahmen der Transaktion ab.

In 28 deutschen Städten aktiv

Evopark wurde 2014 mit der Vision gegründet Autofahrern das Parken zu erleichtern. Als Alternative zudem bisherigen Praxis – Parkschein ziehen und Kleingeld für den Automaten suchen – entwickelten die Kölner eine Plastikkarte, die Parkhausschranken per Funk öffnet, die Abrechnung erfolgt am Monatsende. Die dazugehörige App zeigt zudem freie Stellplätze und den Weg dahin. Zudem können Händler beim Einkauf Rabatte auf die Gebühren gewähren, die über das Evopark-System verrechnet werden. Der heutige Anteilseigner Scheidt & Bachmann war einer der ersten Kunden, der das Evopark-System in seine Parkhäuser integrierte.

Eigenen Angaben zufolge ist der Service des Start-ups in 28 deutschen Städten und 84 Parkhäusern und Tiefgaragen verfügbar. Unter anderem nutzen AXA Versicherung, Parkhausbetreiber wie Park One, B+B Parkhaus, Q-Park und regionale Betreiber wie die Stadtwerke Trier die Technologie.

Gegenüber Gründerszene sagte Co-Gründer Sven Lackinger, man wolle unter dem Dach des neuen Eigentümers expandieren und Ende 2018 den Schritt ins europäische Ausland wagen.