Das Frankfurter Start-up entwickelt Software, die Daten durchforstet und sortiert. Aus der Immobilienbranche zieht jetzt ein strategischer Investor mit reichlich Kapital ein.

Viele Daten, viele Programme: Um das Durchsuchen aller relevanten Informationen rund um den Kauf oder die Verwaltung einer Immobilie zu durchsuchen, bastelt das Frankfurter Start-up Evana an einer Softwarelösung. Jetzt steigt ein strategischer Investor ein und bringt Kapital mit: Der im SDax notierte Immobileninvestor Patrizia Immobilien führt eine Finanzierungsrunde im hohen einstelligen Millionenbereich an. Daneben beteiligen sich weitere ungenannte Geldgeber.

Die Finanzierung will Evana nutzen, um sowohl Personal als auch Technik weiter auszubauen. Das Start-up setzt auf sogenannte selbstlernende Algorithmen, die die Dokumente durchforsten und mit jedem Suchvorgang besser darin werden sollen, Zusammenhänge zu erkennen. „Durch die gemeinsamen Lernerfolge und regelmäßiges Feedback von relevanten Branchenteilnehmern verschiedener Fachrichtungen können wir unsere Plattform perfekt auf die Bedürfnisse der Immobilienwirtschaft anpassen“, sagt Mitgründer Sascha Donner.

Der neue Gesellschafter will das Produkt direkt für den eigenen Bestand anwenden: Das weltweite Portfolio an Häusern der Patrizia Immobilien AG soll nun mit der Evana-Software sortiert werden. Nach eigenen Angaben waren vorher verschiedene Softwarelösungen nötig, um unterschiedliche Datenbanken zu bearbeiten. Diesen aufwendigen Zwischenschritt will Evana mit dem eigenen Angebot überspringen.

Häuslich eingerichtet bei den Proptechs

Mit dem neuen Investor positioniert sich das 2015 gegründete Start-up mit aktuell mehr als 80 Mitarbeitern  als ein sogenanntes Proptech – also ein Unternehmen, dass die Immobilienbranche digitalisieren will. Diese aktuell boomende Branche wird zunehmend auch von jungen Digital-Firmen bearbeitet. Als Verwaltungslösung für Immobilenbesitzer positioniert sich etwa Allthings, die im Sommer zwölf Millionen Euro Risikokapital einsammeln konnten. Realxdata sammelt Finanzdaten, um eine bessere Preisübersicht auf dem Markt zu schaffen und konnte ebenfalls vor wenigen Monaten Geldgeber überzeugen.

Auf der Homepage finden sich noch Hinweise, dass Evana neben der Immobilienbranche auch die Recht- und Versicherungsbranche im Blick hat. Die technischen Herausforderungen gleichen sich hier: Große Mengen an unstrukturierten Daten liegen oft vor und können in neue Zusammenhänge gebracht werden. Mit der Auswahl von Personal und Partnern hat sich das Start-up über die Zeit aber zunehmend der Immobilienwirtschaft zugewendet – und wurde im vergangenen Jahr von der Branchenvertretung als Praxisbeispiel in einem Innvationsbericht gewürdigt.