Bessere Finanzierungsmöglichkeiten und weniger Bürokratie: Der „European Start-up Monitor“ gibt einen Einblick in die Bedürfnisse europäischer Gründer.

Das große Problem in Europa bleibt die Finanzierung. So sieht es zumindest jeder dritte Gründer auf dem alten Kontinent: 34 Prozent der Start-ups wünschen sich mehr finanzielle Unterstützung, 16 Prozent beschreiben die Suche nach externem Kapital als ihre größte Herausforderung. Das zeigt der erste „European Start-up Monitor“, der vom Bundesverband Deutscher Start-ups initiiert wurde. Für die Studie hat der Verband 2365 Start-ups aus den 28 EU-Ländern sowie Israel befragt.

Die jungen Unternehmen sind demnach stark auf eigene Ersparnisse angewiesen: Zwei von drei Gründern (69 Prozent) sagen, dass sie eigenes Geld in ihr Start-up gesteckt haben. Jeder Vierte (25 Prozent) hat Freunde und Familie angepumpt, jeder Fünfte (22 Prozent) öffentliche Mittel bezogen. Erst auf dem vierten Platz kommen Business Angels (21 Prozent).

Venture Capital haben laut des „European Start-up Monitors“ sogar nur 13 Prozent der europäischen Gründer erhalten. In Deutschland scheinen die Bedingungen etwas besser: Dort gibt fast jedes fünfte Start-up (19 Prozent) an, Geld von einem Wagniskapitalgeber eingesammelt zu haben.

Wie repräsentativ ist die Studie?

Die Start-ups, die externes Kapital aufgenommen haben, bekamen im Schnitt 2,5 Millionen Euro. Die meisten von ihnen kommen auf eine Summe von bis zu 150.000 Euro (42 Prozent), jedes vierte (26 Prozent) auf mehr als eine Million Euro. Der Durchschnitt von 2,5 Millionen Euro lässt darauf schließen, dass letztere die Summe von einer Million Euro deutlich übertroffen haben.

Geht es nach den Start-ups, dann wird die durchschnittliche Summe in den kommenden zwölf Monaten noch steigen: Sie planen, durchschnittlich 3,3 Millionen Euro an Kapital einzusammeln.

Wie allgemeingültig diese Zahlen sind, ist schwer einzuschätzen. Der „European Start-up Monitor“ basiert – genau wie der „Deutsche Start-up Monitor“ – auf einer nicht repräsentativen Onlineumfrage.

In der Studie selbst heißt es, die Länder seien unterschiedlich stark vertreten. Die meisten Befragten kamen demnach aus Deutschland, viele Antworten kamen auch aus Großbritannien, Frankreich, Spanien, Schweden, Italien, Polen, Rumänien, Tschechien, die Niederlande, Belgien, Österreich und Israel. Nur diese Länder wurden auch im Detail untersucht. Von einer Studie, die ganz Europa repräsentiert, lässt sich also nicht sprechen.

Auch die Definition des Begriffs „Start-up“ bleibt vage. So dürfen zwar alle Unternehmen nicht älter als zehn Jahre sein. Allerdings sind die zwei weiteren Charakteristika eher weich: So zählen solche Firmen als Start-up, die entweder eine innovative Technologie beziehungsweise Geschäftsmodell entwickelt haben oder ein starkes Mitarbeiter- beziehungsweise Umsatzwachstum vorweisen können beziehungsweise danach streben – oder natürlich beides. Wie sich eine innovative Technologie oder ein innovatives Geschäftsmodell auszeichnet, definiert der „European Start-up Monitor“ allerdings nicht.