Der zweite europäische Start-up Monitor zeigt: Gründer setzen auf Internationalisierung und Kooperationen.

Mehr als 2500 Start-ups und insgesamt mehr als 6300 Gründer in 18 Ländern untersuchte der zweite europäische Start-up Monitor. Damit ist die Untersuchung die umfassendste Studie zum europäischen Start-up-Ökosystem. 

Junge Unternehmen gelten als Start-up, solange sie nicht älter als zehn Jahre alt sind, nach einem Umsatzwachstum und steigenden Mitarbeiterzahlen streben und eine innovative Technologie oder ein neues Businessmodell entwickelt haben.

Die Ergebnisse im Überblick

Ein Start-up ist durchschnittlich 2,4 Jahre alt und hat – inklusive der Gründer – zwölf Mitarbeiter. In naher Zukunft wollen die meisten Start-ups aber durchschnittlich noch weitere sechs Mitarbeiter einstellen.

Europäische Gründer sind knapp 30 Jahre alt und zu 85,2 Prozent männlich: Besonders schlecht sieht es in Österreich aus: Da sind nur sieben Prozent der Gründer weiblich. Vorreiter sind mit 33 Prozent Großbritannien und mit knapp 28 Prozent Griechenland. Deutschland sortiert sich mit knapp 14 Prozent im Mittelfeld ein. 

Besonders gerne wird im Bereich der Digitalwirtschaft gegründet. Jedes europäische Start-up hat dabei zwei Millionen Euro an Kapital erhalten und plant in den nächsten zwölf Monaten weitere 2,7 Millionen einzusammeln.

Knapp 78 Prozent der Start-up wollen internationaler werden, sehen aber die größte Herausforderung im Vertrieb und in der Kundenakquise. Herausforderungen wollen die meisten Start-ups auch mit einer verstärkten Kooperation mit etablierten Unternehmen meistern. 

„Um zu wachsen und neue Kunden zu gewinnen suchen die europäischen Startups den Zugang zu ausländischen Märkten“, sagt Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Startups, der den Bericht vorstellte. Wissenschaftlich betreut wurde die Studie von Tobias Kollmann, Professor für Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen.

Die Internationalisierung werde vor allem durch politische Rahmenbedingungen gehemmt. „Die Gründer identifizierten die Unterschiede in der Gesetzgebung und Regulierung zwischen den Ländern als größte Hürde bei der Internationalisierung. Hier muss die EU ansetzen und schnellstmöglich einheitliche Rahmenbedingungen schaffen“, fordert der Verband.