Bis zu 140 Big-Data-Start-ups können sich europaweit in einem neuen Inkubator beweisen. Es lockt Unterstützung in Form von Geld – und großen Datensätzen.

Neue datengetriebene Geschäftsmodelle und Dienstleistungen: Danach sucht der European Data Incubator, der jetzt die erste Bewerbungsphase gestartet hat. Bis Ende Juni können sich Start-ups qualifizieren. Im Fokus des von der Europäischen Union geförderten Programms stehen vor allem junge Unternehmen, die in den Branchen Energie & Umwelt, Internet & Media, Handel und Smart-City unterwegs sind.

Über die nächsten dreieinhalb Jahre sollen so insgesamt bis zu 140 Start-ups gefördert werden. In drei Projektrunden werden jeweils etwa 45 Jungunternehmen ausgewählt. Aus diesem Kreis qualifizieren sich zunächst 16 und dann noch sechs Start-ups, die über neun Monate von Coaches begleitet werden. Wer es in die letzte Auswahl schafft, wird insgesamt mit bis zu 100.000 Euro unterstützt – ohne dass dafür Anteile abgegeben werden müssen. Über die gesamte Programmlaufzeit sollen so Start-ups mit fünf Millionen Euro gefördert werden.

Datenpartner aus der Praxis

Ein wichtiger Gedanke: Die Geschäftsmodelle sollen – ganz dem europäischen Gedanken folgend – grenzüberschreitend funktionieren. „Die große Herausforderung im Bereich Big Data ist nicht das Sammeln von Daten, sondern die Frage, wie diese Daten tatsächlich sinnvoll und integriert genutzt werden können“, sagt Laura Kohler, Geschäftsführerin des Etventure Start-up-Hubs. Der Berliner Dienstleister, seit vergangenem Jahr Teil der Beratung EY, kümmert sich mit anderen Unternehmen um Auswahl und Betreuung der Start-ups. Für zahlreiche Coaching-Termine und einen „Datathon“ zum Auftakt der Projektrunden ist ebenfalls Berlin vorgesehen.

Auch andere Partner der Initiative können reizvoll für die Teilnehmer sein: 15 Unternehmen haben sich bereit erklärt, mit den Start-ups Datensätze zu teilen. So können Problemstellungen mit realen Daten angegangen werden oder selbstlernende Algorithmen mit Informationen aus der Praxis trainiert werden. Aus Deutschland ist aktuell einzig das KI-Datenlabor der Technischen Universität Berlin dabei, daneben nehmen beispielsweise noch Energieversorger aus Spanien und Polen, türkische Einzelhändler, niederländische Medienunternehmen und auch die Spanien-Tochter von Volkswagen teil.