Das Start-up erweitert seinen Investorenkreis. Damit will man nun verstärkt Kunden aus dem Mittelstand vom Produkt überzeugen.

Eine Atempause für den Einkauf: Das verspricht das 2015 gegründete Entrafin mittelständischen Unternehmen. Gegen eine Gebühr bezahlt das Start-up die Einkaufsrechnungen von Firmen – und gibt denen dann bis zu vier Monate Zeit, um die Summe zurückzuzahlen. Etwa 1,2 Milliarden Euro soll das Volumen dieser Vorleistungen in Deutschland pro Jahr betragen, mit dem eigenen Angebot will man die Kreditangebote von Banken unterbieten.

Das Kölner Start-up hat dabei bereits den Risikokapitalgeber Dieter von Holtzbrinck Ventures an Bord. Wie die beiden Gründer erhöht auch dieser in einer aktuellen Finanzierungsrunde das Investment. Dazu kommen mit dem Aachener Risikokapital-Fonds S-UBG und den drei Gründungspartnern der auf Finanzdienstleister spezialisierten Beratung ZEB jetzt neue Investoren dazu.

Gemeinsam stecken die Geldgeber eine nicht weiter definierte siebenstellige Summe in Entrafin. „Das exzellente Management-Team hat uns persönlich und fachlich überzeugt, dass sich ihr digitaler Ansatz für Einkaufsfinanzierung am Markt durchsetzen wird“, sagt S-UBG-Vorstand Harald Heidemann.

Anspruchsvolle Überzeugungsarbeit

Etwas mehr als zehn Mitarbeiter sind aktuell nach eigenen Angaben für Entrafin tätig. Das Start-up hat dabei vor allem Unternehmen aus dem Mittelstand im Visier, die zwischen 2,5 und 20 Millionen Euro Umsatz im Jahr machen. Eine generelle Offenheit für digitale Themen im Einkauf sei durchaus da, berichtet Gründer Stefan Fenner im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer.

Doch die Ansprüche der potenziellen Kunden, in der Regel Inhaber und Geschäftsführer in einer Person, seien hoch: „Man muss dem Kunden nachweisen, dass man von Finanzierung wirklich Ahnung hat“, sagt Fenner. Im Gründungsteam sind die beiden Seiten der Einkaufsfinanzierung abgedeckt: Fenner hat lange Banken beraten, sein Mitgründer Christoph Bauer war vor Entrafin kaufmännischer Leiter in einem mittelständischen Betrieb.