Die Energiebranche steckt mitten im Umbruch. Welche Start-ups dabei mitmischen.

von Susanne Schwarz

Energieheld: Energieeffizienz für Wissbegierige

Wer mit Strom und Wasser bewusst umgehen will, muss erst mal wissen, wie das gehen kann. Darum will sich das Hannoveraner Start-up Energieheld kümmern.

Das Internet-Portal richtet sich an Eigenheimbesitzer und Gewerbeimmobilienbetreiber. Die können sich auf der Plattform zum Beispiel über energetische Gebäudesanierung informieren: Welche technischen Veränderungen sind möglich und sinnvoll, um Energie zu sparen? Wie dämme ich am besten, welche Heizung brauche ich? Außerdem bietet Energieheld eine Datenbank mit passenden Handwerkern.

Thermondo: Energieeffizienz für Modernisierer

Durch den Austausch alter Heizungen könnte der Treibhausgasausstoß im Wohnsektor bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent sinken. Gerade erneuerbare Varianten nützen dem Klima. Am Wechsel hängt jedoch ein riesiger Verwaltungsdschungel, der Kunden bisweilen abschreckt.

Welche Anlage bietet sich in dem spezifischen Gebäude an? Welche staatlichen Förderungen gibt es und wie kommt man an die Finanzspritzen heran? Wer baut die Heizung letztendlich fachkundig ein?

Bei diesen Fragen kommt Thermondo ins Spiel. Das Start-up will den Hausbesitzern den Schritt zur modernen Heizung möglichst einfach machen. Es berät, beantragt mögliche Förderungen und baut dann die Heizung ein – der Kunde hat damit nur einen Ansprechpartner.

Tado: Energieeffizienz für Vernetzte

Tado ist ein System, dass die Nutzung der Heizung optimieren soll. Nutzer bestellen ein Paket mit mehreren Geräten. Darin unter anderem enthalten: ein smartes Thermostat – wobei es Lösungen für Kunden mit und ohne eigene Heizungsanlage gibt -, eine Internet-Bridge sowie ein paar Kabel, Stecker, Schrauben und Dübel.

Ist alles erst einmal installiert, kann man mit dem Smartphone auf das System zugreifen. Tado soll dann die Heizung regulieren, und zwar anhand des aktuellen Wetters, der Raumtemperatur und der An- oder Abwesenheit der Bewohner.

Ist keiner da, wird weniger geheizt, hochgedreht wird aber schon, sobald der Nutzer den Nachhauseweg angetreten hat. Tado verspricht erhöhten Komfort, weniger Energieverschwendung und geringere Heizkosten.

Amphiro: Energieeffizienz für Warmduscher

Am meisten Energie geht in Haushalten für das Heizen der Räume drauf. Direkt danach kommt das Duschen. Das Schweizer Start-up Amphiro will das ändern. Bei Amphiro a1 handelt es sich um ein kleines Gerät, das man zwischen Duschkopf und Schlauch schraubt. Beim Duschen zeigt es an, wie viel Wasser verbraucht wird und wie warm das Wasser ist – und benotet das Duschverhalten von A bis G.

Die bloße Nutzung spart allerdings noch keine Energie. Amphiro will vielmehr Bewusstsein schaffen. Wer beim Duschen in Echtzeit sieht, wie die Energie sprichwörtlich in den Ausguss fließt, wird – so die Hoffnung – sparsamer mit dem Warmwasser umgehen.

Das Gerät selbst jedenfalls verbraucht keine Energie. Eine kleine Turbine im Inneren sorgt dafür, dass die Anzeige läuft, sobald das Wasser eingeschaltet wird.

Enffi: Energieeffizienz für Spielkinder

Das Berliner Start-up Enffi macht aus dem Energiesparen ein Spiel. Die Enffi-App stellt den Energieverbrauch ihrer Nutzer zu Hause in bunten Bildern dar und gibt individuelle Tipps, wie sie ihre Geräte effizienter nutzen können.

Steckt das Netzkabel des Notebooks die ganze Zeit in der Steckdose, auch wenn das gerade mobil unterwegs ist?

Die „Spieler“ können sich auch selbst Ziele stecken – und sogar gegen andere App-Nutzer im „Energiebattle“ antreten.