Die Pornodarstellerin Ela Darling hat eine Plattform gegründet, auf der die Zuschauer sie mit Virtual-Reality-Brillen sehen können. Im Video-Interview verrät die 30-Jährige, warum Virtual Reality eine Chance für Gründer ist – egal in welcher Industrie.

Von Maximilian Nowroth

Wer über Virtual Reality reden will, kommt an Pornos nicht vorbei – schon aus wirtschaftlichen Gründen. Die US-Investmentbank PiperJaffray schätzt in einer Studie, dass die amerikanischen Verbraucher im Jahr 2025 fast sechs Milliarden Dollar pro Jahr für Inhalte ausgeben, die sie auf Virtual-Reality-Brillen anschauen. Und welche Industrien werden das meiste Geld machen? Videospiele, die amerikanische Football-Liga und die Pornoindustrie. Analyst Gene Munster erwartet einen jährlichen Umsatz von einer Milliarde Dollar.

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Doch schon heute deutet sich das ökonomische Potenzial an. Ian Paul, IT-Chef von Naughty America, einer der größten amerikanischen Porno-Produktionsfirmen, vermutet, dass schon Ende 2016 bis zu 20 Millionen Menschen Pornofilme in VR schauen werden.

Bereits zwischen Januar und November 2015 verdreifachte sich der Datenverkehr auf den zehn größten VR-Pornoseiten, alleine im Oktober 2015 zogen diese Seiten 3,2 Millionen Besucher an. Das zeigt eine Analyse des IT-Dienstleisters SimilarWeb.

Die Industrie reagiert auf diese Nachfrage: Im März dieses Jahres startete Pornhub, die größte Porno-Plattform der Welt, einen eigenen Kanal nur für VR-Pornovideos. In Japan ist der Trend auch schon in der realen Welt angekommen. Im Juli sollte in Tokio das erste „Adult VR Fest“ stattfinden. Doch die Veranstaltung musste nach nur zwei Stunden abgebrochen werden, weil die Besucheranzahl zu groß war.

Grund genug also, mit einer echten Expertin über diese Industrie zu sprechen – und darüber, was auch andere davon lernen können.

Ela Darling ist 30 Jahre alt, aufgewachsen in Texas, machte einen Bachelor in forensischer Psychologie und einen Master in Bibliothekswissenschaften. Seit mehr als sechs Jahren dreht sie Pornofilme, seit zwei Jahren nur noch solche, die per Virtual-Reality-Brillen angeschaut werden können. Dafür hat sie zusammen mit einem Geschäftspartner das Unternehmen VRTube.xxx gegründet, eine Plattform für VR-Pornofilme. In ihrem eigenen Schlafzimmer ist eine 360-Grad-Kamera installiert. So können ihre Kunden per VR-Brille live mit ihr in Kontakt treten – und zahlen dafür deutlich mehr Geld als für herkömmliche Filme.

Wir haben Ela Darling in Köln getroffen, um mehr über ihr Leben als Darstellerin und Unternehmerin zu erfahren.