Das Start-up vernetzt Geräte und Trainierende in Fitnessstudios. 17,5 Millionen Euro sollen jetzt unter anderem bei der Expansion in die USA helfen.

Ob Brustpresse oder Bizeps-Maschine: Die Fitnessgeräte von eGym stehen für traditionelles und schweißtreibendes Training. Doch mit der Technologie im Hintergrund will sich das Start-up von der Konkurrenz absetzen. Vollelektronische Steuerungen sowei die Vernetzung und Aufbereitung von Trainingsdaten auf einer Cloud-Plattform sollen die Nutzer besser motivieren.

Damit will eGym jetzt auch weltweit punkten: Umgerechnet 17,5 Millionen Euro stellen neue und bestehende Investoren bereit, um die Expansion des jungen Unternehmens zu ermöglichen. Erneut beteiligen sich unter anderem Highland Europe, HPE Growth Capital und der Wachstumsfonds der staatlichen Förderbank Bayern Kapital. Angeführt wird die Runde vom neu eingestiegenen Risikokapitalgeber NGP Capital.

Der neue Geldgeber passt dabei augenscheinlich gut zu den Münchenern: Man sei froh, mit NGP Capital einen „versierten Investor in digitalen Gesundheitslösungen mit einem umfassenden US-Netzwerk an unserer Seite zu haben“, lässt sich eGym-Mitgründer Philipp Roesch-Schlanderer zitieren. Der amerikanische Risikokapitalgeber ist unter anderem auch an dem Online-Yoga-Studio Yogaia sowie die der Gesundheitsplattform Vida Health beteiligt. In Deutschland gehören zudem Plattformen wie Caroobi und Getyourguide zum Portfolio.

Fokus auch auf Fitness in Firmen

Bei seinem Wachstumskurs setzt eGym auf zahlreiche Vertriebswege: Neben den eigenen Geräten kooperiert eGym auch mit anderen Herstellern wie Precor oder Polar sowie mit Fitnessstudioketten, die Software und Hardware ihren Kunden zur Verfügung stellen.

Parallel zur Expansion in die USA will das Start-up eine weitere Säule des Geschäfts stärken: Die Zusammenarbeit mit Firmen, die Fitnesstrainings für ihre Mitarbeiter anbieten wollen. Ausgleichssport spiele eine entscheidende Rolle, um „global rasch steigende Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen“, sagt NGP-Capital-Partner Walter Masalin. Im Sommer hatte das Münchener Start-up die niedersächsische Plattform Qualitrain für eine unbekannte Summe übernommen, die sich auf Angebote für das Betriebliche Gesundheitsmanagement spezialisiert hat.

Auf eine ähnliche Verknüpfung von digitaler Umgebung und Trainingsgerät setzt der Münchener Flugsimulator-Bauer Icaros, der zusätzlich jedoch noch die virtuelle Realität mit in das Produkt einbindet. Überwiegend auf virtuelle Fitnesstipps setzen Start-ups wie Freeletics, deren Gründer diesen Herbst ihre Anteile verkauften, oder das digitale Yoga-Studio Asana Rebel.