Stundenlange Konferenzen, sinnlose Mails und ewige Abstimmungsprozesse – Zeitfresser im Büro gibt es viele. Start-ups wollen diese nun mit digitalen Lösungen bekämpfen.

von Katja Scherer

Starke Gesten, große Worte, neue Infos – Vorträge von Unternehmern und Experten gehören auf Konferenzen oft zu den Highlights. Am Ende vieler Präsentationen aber folgt der Killersatz: „Ich schicke Ihnen meine Präsentation dann später zu.“ Und das Publikum weiß: Später, das heißt meist erst in mehreren Tagen, Wochen oder sogar nie. Ein Großteil der wertvollen neuen Informationen geht verloren.

Das Münchner Start-up Slideflight will das ändern: Die Geschäftsführer Philip Franta und Georg Kremer haben eine Software entwickelt, mit der Präsentationen in Echtzeit auf das Smartphone, das Tablet oder den Laptop übertragen werden können. Wenn ein Redner seine Powerpoint-Folien bei Slideflight freigibt, erhält er eine ID-Nummer. Konferenzteilnehmer können seine Präsentation über diese Nummer suchen und auf ihren eigenen Geräten abspeichern. Entstanden ist Slideflight unter den Fittichen der Münchner Beteiligungsgesellschaft Senovo, die gerade eine Millionensumme in das Projekt gesteckt hat.

Doch es sind längst nicht nur fehlende Präsentationen, die den Arbeitsalltag ineffizient machen: Vor allem (fehlende) Kommunikationsprozesse und die interne Unternehmensbürokratie machen Mitarbeitern das Leben schwer. Auch für Arbeitgeber ist das ein großes Problem: Jede Minute, die ihre Mitarbeiter mit überflüssigen Arbeiten verbringen, kostet sie bares Geld.

Eine ganze Reihe Start-ups hat dem Organisationschaos im Büro den Kampf angesagt. In den USA und auch hierzulande schwören immer mehr Unternehmen auf Tools wie Slack, um die Kommunikation zu optimieren. Aber auch deutsche Start-ups wie Slideflight wollen zeigen, dass Arbeitsprozesse selbst in großen Organisationen effizient ablaufen können, wenn man sie nur gut genug organisiert. Sie entwickeln daher digitale Helfer, die das möglich machen.