In der E-Sports-Branche werden spannende Start-ups sichtbar. Die Gründer bringen gute Ideen mit – und profitieren von einem wachsenden Markt.

Von Viktor Mülleneisen

Für ein ganzes Stadion hat es dann doch nicht gereicht: Drei Jahre lang lud die Electronic Sports League (ESL) zum Finale eines E-Sports-Turniers in die Frankfurter Commerzbank-Arena. Wirklich voll besetzt waren die Plätze jedoch laut Medienberichten nicht – in diesem Jahr zieht das Turnier in eine Hamburger Veranstaltungshalle um. Das Fassungsvermögen: Immer noch stolze 16 000 Plätze.

E-Sport ist erwachsen geworden – und einige deutsche Start-ups wachsen kräftig mit. Auf 50 Millionen Euro Umsatzvolumen schätzt die Beratungsgesellschaft Deloitte den Markt hierzulande. Bis zum Jahr 2020 könnte dieser Wert sogar auf 130 Millionen Euro ansteigen, schätzen die Experten. König Fußball hat dann immer noch einen riesigen Vorsprung. Aber anderen etablierten Sportarten könnten die Gamer ordentlich Konkurrenz machen: „Ligen wie die BBL, DEL, oder HBL liegen bei diesen Parametern jedoch in Reichweite, sodass E-Sports sich diesen Ligen bis zum Ende des Jahrzehnts weiter annähern oder diese vielleicht sogar überholen wird“, sagt Karsten Hollasch, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte.

Viel Geld bleibt bei den Großen der Branche hängen. Doch auch Start-ups aus Deutschland sind mit guten Ideen und viel Leidenschaft in dem Sektor unterwegs. Häufig haben sie die Szene früh selbst als Spieler kennengelernt, so wie Dennis Gehlen. Seine ersten Preisgelder waren ein paar Mäuse oder auch mal eine Tastatur. „Irgendwann habe ich aber auch mal ein Auto gewonnen“, sagt Gehlen. Das war 2005. Seitdem hat der E-Sport nochmal einen großen Schritt gemacht.

Gehlen nutzte den noch jungen Markt und gründete sein Unternehmen TaKeTV, eine Produktionsfirma für Turniere und Live-Übertragungen. In seiner Heimatstadt Krefeld hat er Studios gebaut, die mittlerweile über 2000qm groß sind. Seine Produktionen laufen auf dem Videostreamingdienst-Twitch, seine Jobs führen ihn mittlerweile auch hierzulande in die großen Veranstaltungshallen: „Zuletzt waren wir auch in Fußballstadien, wie Schalke oder Wolfsburg“, sagt Gehlen. Nicht selten wird dabei um rund 50.000 Dollar Preisgeld gekämpft.

Das Geld stammt häufig von Sponsoren. „Das interessante am E-Sport ist, dass man eine Zielgruppe erreicht, die man sonst mit Werbung quasi nicht erreichen kann“, so der ehemalige Profi-Spieler Gehlen, der auch Unternehmen berät, die die Aufmerksamkeit der Gamer suchen. Daher finden sich im E-Sports-Umfeld nicht nur Firmen wie Red Bull, sondern auch Gerolsteiner oder die Bausparkasse Wüstenrot.

Sponsoring, Produktionen und Live-Events sind eine große Säule des elektronischen Sports. Doch die Branche ist vielschichtig. Wir stellen fünf deutsche Start-ups vor, die ihr Glück im E-Sport suchen – von der Trainings-App bis zum E-Sport-Outfit.