Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten die Gründer von E-Farm, Franz von Consbruch, Nicolas Lohr und Kaspar Sternberg, an. Sie setzen auf den Handel mit gebrauchten Traktoren. Wie urteilt Investor Peter Hornik?

Eine halbe Minute mit Investor Peter Hornik im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir sind der erste globale Onlinehändler für gebrauchte Landmaschinen. Bei uns können Landwirte aus aller Welt Traktoren und Mähdrescher kaufen. Wir überprüfen sie technisch – und geben Garantie. Die Maschinen beziehen wir, sobald wir einen Kunden dafür haben, von mehr als 400 Partnerhändlern in Europa und Nordamerika. Bei größeren Geschäften bieten wir dem Käufer bei Bedarf eine Exportfinanzierung an. Sie ist dann staatlich, über Euler-Hermes-Kreditversicherung, gedeckt. Ein Landwirt in Kasachstan etwa kann uns daher auch erst nach der Ernte bezahlen. Kann er es nicht, springt Euler Hermes für 95 Prozent der Summe ein.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Nicolas war Unternehmensberater in der Auto- und Maschinenbaubranche. Dabei fiel ihm eines Tages der ineffiziente Landmaschinenhandel auf.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Bisher lief der Handel über mehrere Zwischenhändler, die alle mitverdient haben. Wir dagegen verkaufen direkt an die Kunden. Entsprechend groß ist unsere Marge. Auch kaufen wir in Märkten mit niedrigen Preisen und verkaufen da, wo sie höher sind. Ab 2019 können wir so Gewinn machen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … es heißt: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Wir müssen maximal kundenorientiert sein, dem Bauern viel bieten, damit er trotzdem bei uns kauft.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unser Team kommt aus zehn Nationen, spricht 15 Sprachen. Aber unsere Frauenquote ist leider sehr gering.

Was war euer größter Rückschlag?
Anfangs taten sich die Händler sehr schwer mit uns. Viele hatten den Hof voller Gebrauchttraktoren – und schickten uns trotzdem weg.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann nutzt ein Großteil der Händler weltweit unser System. Und wir verfügen über eine riesige Datenbank, die uns sagt, wo wir welches Modell kaufen und verkaufen sollen.

Fakten zum Start-up

Kunden: 400 Händler und 200 Landwirte in 40 Ländern auf 4 Kontinenten
Finanzierung: Privatinvestoren
Gründung: 2015
Mitarbeiter: 20

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 4/5
Timing: 5/5

„Das ist ein riesiger Markt. Wie der mit Baumaschinen. E-Farm hat – trotz Wettbewerb – mit einem starken strategischen Investor sehr gute Chancen zu einer echten Erfolgsstory!“
Peter Hornik, Gründer und Chef des Düsseldorfer Start-up-Inkubators 1st Mover